Politik : Spionage: Erstes Geständnis

New York - Einer der Verdächtigen des in den USA enttarnten mutmaßlichen russischen Spionagerings hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Geständnis abgelegt. Juan Lazaro habe ausgesagt, dass seine Loyalität zum Auslandsgeheimdienst SWR sogar über der Liebe zu seinem Sohn stehe, schrieb die Behörde am Donnerstag einem New Yorker Bezirksrichter. Dieser hatte über das weitere Vorgehen gegen vier der elf Verdächtigen zu entscheiden.

Lazaro habe nach seiner Festnahme auf sein Schweigerecht verzichtet, schrieb Staatsanwalt Preet Bharara an Richter Ronald Ellis weiter. Der Verdächtige gestand demnach, dass Lazaro nicht sein richtiger Name ist und er auch nicht aus Uruguay stammt – seine wahre Identität aber wollte er nicht preisgeben. Für das Haus in der Nähe von New York, in dem er mit seiner mitbeschuldigten Frau Vicky Pelaez lebte, hätten seine russischen Vorgesetzten gezahlt. Seine Frau sei mehrfach nach Südamerika gereist, um Informationen an ihre Vorgesetzten weiterzugeben, sagte Lazaro weiter aus. Er versicherte zudem laut Staatsanwaltschaft, dass er seinen Sohn zwar sehr liebe, seine Loyalität gegenüber dem „Dienst“ aber nicht einmal ihm zuliebe verletzen würde.

Laut Bharara gelang es dem FBI, rund 90 Botschaften zu entschlüsseln und acht Briefumschläge mit jeweils 10 000 Dollar sicherzustellen. Bei dem Haftprüfungstermin verschob Richter Ellis eine Entscheidung über Lazaro. Zwei weiteren mutmaßlichen Agenten, die als Ehepaar in New Jersey gelebt hatten, verweigerte er die Freilassung gegen Kaution. Bei Pelaez hingegen erklärte er sich zur Freilassung bereit, wenn jemand die Kaution von 250.000 Dollar zahle. AFP

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