Politik : Spionage in Weißem Haus und Pentagon

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Washington Im Weißen Haus ist ein peinlicher Spionagefall aufgeflogen. Ein gebürtiger Philippiner hat nach Medienberichten vom Donnerstag gestanden, aus dem Büro von Vizepräsident Richard Cheney geheime Unterlagen gestohlen zu haben. Die US-Behörden gehen davon aus, dass der ehemalige Elitesoldat, der von 1999 bis 2001 in Cheneys Büro arbeitete, die Informationen an die philippinische Opposition weitergeleitet hat. Der 46-Jährige mit US-Pass war bereits im September wegen Spionage bei der Bundeskriminalpolizei FBI, wo er anschließend tätig war, festgenommen und angeklagt worden. Die Untersuchung gegen ihn wurde nun auf seine vorherige Arbeit im Weißen Haus ausgeweitet.

Unter den dort entwendeten Dokumenten soll ein diskreditierendes Dossier über die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo gewesen sein. Deren Vorgänger Joseph Estrada hat nach US-Medienberichten bestätigt, Unterlagen von dem Mann erhalten zu haben.

Derweil offenbarte sich ein ehemaliger Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums (Pentagon) als Spion. Lawrence Franklin gab zu, Geheimdokumente an israelische Organisationen und an einen Diplomaten der israelischen Botschaft weitergereicht zu haben, namentlich Unterlagen zu US-Waffentests im Nahen Osten. Er sei enttäuscht von der amerikanischen Iranpolitik gewesen, sagte Franklin am Mittwoch vor Gericht im ägyptischen Alexandria. Ihm drohen 25 Jahre Haft, Prozessbeobachter gehen nach dem Schuldeingeständnis jedoch von einer milderen Strafe aus. Israel bestritt, Franklin als Spion in den USA geführt und von seiner Aktivität gewusst zu haben. dpa

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