Politik : Spionage-Prozess: US-Bürger soll 20 Jahre in Moskau in Haft

Ein russischer Staatsanwalt hat am Mittwoch die Höchststrafe von 20 Jahren Haft für einen der Spionage beschuldigten US-Bürger gefordert. Staatsanwalt Juri Wolgin forderte nach sechswöchiger Anhörung außerdem eine Geldstrafe in Höhe von sieben Milliarden Rubel (710 Millionen Mark) für den Schaden, der der russischen Rüstungsindustrie entstanden sei. Er warf dem 54-jährigen Edmond Pope vor, er habe versucht, streng geheime Pläne für einen Hochgeschwindigkeitstorpedo zu kaufen. Der Geschäftsmann hat dies bestritten.

Popes Anwalt Pawel Astachow erklärte, der Staatsanwalt habe in seinem Schlussplädoyer erklärt, die Ermittler hätten ein "Trojanisches Pferd der amerikanischen Geheimdienste entdeckt". Er bezeichnete die Schadenersatzforderung als illegal, weil die Staatsanwaltschaft nicht dargelegt habe, wie sie zu ihrer astronomischen Zahl gelangt sei.

Die Verteidiger des angeklagten US-Bürgers äußerten sich pessimistisch über den möglichen Ausgang des Verfahrens und erklärten, die Richter seien voreingenommen. Astachow sagte am Mittwoch, sein Mandant könne bestenfalls darauf hoffen, dass der Fall für weitere Ermittlungen zurück an die Staatsanwaltschaft verwiesen werde. Der Hauptbelastungszeuge widerrief im Laufe des Verfahrens seine Aussage. Trotzdem erklärte eine staatliche Kommission die von Pope gewünschten Pläne für geheim. Eine Expertengruppe kam dagegen zu dem Schluss, Pope habe sich für Pläne interessiert, die eine zehn Jahre alte Technologie beträfen, die schon einmal ins Ausland verkauft worden sei.

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