Politik : Spionageverdacht bei Drohnen-Firma

Pakistaner in Bremen festgenommen.

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Aufklärung. Ein Bundeswehrsoldat in Afghanistan wartet eine Heron-1-Drohne. Foto: dpa
Aufklärung. Ein Bundeswehrsoldat in Afghanistan wartet eine Heron-1-Drohne. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Bremen - Ein 28-jähriger Pakistaner soll versucht haben, die Technologie militärischer Drohnen auszuspionieren. Wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit hat die Bundesanwaltschaft ihn jetzt vom Bremer Landeskriminalamt verhaften lassen. Nach Angaben der Karlsruher Behörde ist er dringend verdächtig, spätestens seit Ende Oktober 2012 für einen pakistanischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein. „Er soll versucht haben, Erkenntnisse über militärisch nutzbare Hochtechnologie zu erlangen“, hieß es in einer Mitteilung.

Nach Informationen der Zeitschrift „Focus“ soll es dabei um unbemannte Flugkörper gehen, wie sie von der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt werden. Der Verhaftete solle sich „geheime Studien über Steuerung und Navigation von Drohnen“ beschafft haben, damit seine Auftraggeber solche Flugkörper gezielt zum Absturz bringen könnten. Widersprüchlich sind die Angaben zu seiner Person. Laut „Focus“ handelt es sich um einen Ingenieur, der sich das Material in der Forschungsabteilung einer norddeutschen Hightech-Firma beschafft haben soll. Laut Bundesanwaltschaft hatte er dagegen „als studentische Hilfskraft in einer Forschungseinrichtung im Bundesgebiet“ gearbeitet. Weitere Auskünfte wollte der Behördensprecher nicht geben. Auch das Bundesverteidigungsministerium, die Bremer Staatsanwaltschaft und die Polizei äußerten sich am Karfreitag nicht zu dem Fall.

Das Ministerium bestätigte lediglich, dass zwischen der Bundeswehr und der Firma Rheinmetall Defence Electronics (Hauptsitz: Bremen) ein Vertrag über Drohnen bestehe, der im Oktober 2012 um zwei Jahre verlängert worden sei. Laut Homepage von Rheinmetall Defence geht es dabei um drei unbemannte Beobachtungsflugzeuge vom Typ „Heron 1“, die das Unternehmen bei einem israelischen Partner geleast und an die Anforderungen der Bundeswehr angepasst habe. Sie würden in Afghanistan eingesetzt. Rheinmetall habe dafür Service, Wartung und Instandsetzung übernommen. Nach Ministeriumsangaben ist „Heron“ aber nur eine Überbrückungslösung bis zur Entwicklung eines eigenen Nachfolgesystems. Ob Rheinmetall daran forsche, konnte die Ministeriumssprecherin nicht sagen.

Ein Firmensprecher wollte sich zu dem Fall nicht weiter äußern, da das Drohnengeschäft mittlerweile unter Führung der EADS-Tochter Cassidian stehe. Die Konzerne hatten 2012 ein Gemeinschaftsunternehmen für unbemannte Flugsysteme gegründet. Eckhard Stengel

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