Spionageverdacht : Nigeria hält Berliner Filmemacher fest

In Nigeria sitzen weiterhin zwei Berliner Journalisten in Haft, die Ölanlagen in dem Land ohne Genehmigung gefilmt haben sollen. Die Männer würden Nigeria in einem schlechten Licht zeigen und die "nationale Sicherheit" gefährden, so der Vorwurf.

Berlin/NairobiZwei im Nigerdelta festgesetzte deutsche Journalisten werden wegen Spionageverdachts von den nigerianischen Behörden weiterhin festgehalten und verhört. Die Deutsche Botschaft in der Stadt Abuja stehe in Kontakt mit den Männern und leiste konsularische Hilfe, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes mit. Der britische Rundfunksender BBC berichtete, die Staatsanwaltschaft habe am Mittwoch Anklage gegen die beiden Deutschen, eine Amerikanerin und einen Nigerianer erhoben.

Den Deutschen wird vorgeworfen, sie hätten die "nationale Sicherheit" Nigerias gefährdet, als sie ohne Genehmigung Ölanlagen im Nigerdelta filmten. Bei einer Verurteilung droht den beiden Männern bis zu 14 Jahren Haft. Sie sollen am Freitag vor Gericht zu den Vorwürfen Stellung nehmen, hieß es. Dann können sie auch einen Antrag auf Freilassung gegen Kaution stellen.

Die nigerianische Zeitung "This Day" hatte in ihrer Online-Ausgabe über die Festnahme der 35 und 26 Jahre alten Filmemacher aus Berlin berichtet. Sie waren diesem Bericht zufolge Anfang September durch die Vermittlung einer mit einem Nigerianer verheirateten Amerikanerin in das westafrikanische Land gekommen.

Zusammen mit der Frau, die bei einer Friedensorganisation arbeite, hätten sie Öl- und Gasfördergebiete im Nigerdelta besucht. Dort hätten sie ohne Genehmigung der Behörden Interviews geführt und Filmaufnahmen gemacht. Sicherheitsbeamte verdächtigten die Journalisten der Spionage und beschuldigten sie, Nigeria in einem schlechten Licht zu zeigen, hieß es in dem Bericht. (mit dpa)

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