Politik : Spitzenkandidat per Urabstimmung

Sachsens SPD-Mitglieder sollen Streit um Landtagswahl schlichten

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Berlin (m.m.). Die sächsische SPD will ihren Personalstreit um die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2004 mit einer Urabstimmung lösen. Der Landesvorstand einigte sich am Freitagabend auf dieses von der Landesvorsitzenden Constanze Krehl vorgeschlagene Verfahren, wie Parteisprecherin Mirjam Richter dem Tagesspiegel bestätigte.

Sowohl die Europaabgeordnete Krehl als auch der Fraktionsvorsitzende im Dresdner Landtag, Thomas Jurk, haben Ambitionen auf die Spitzenkandidatur. Bei einem VierAugen-Gespräch vor einigen Tagen hatten beide auf ihrer Bewerbung beharrt. Der Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee, der als chancenreichster Herausforderer von Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) galt, hatte nach dem Streit um die Olympia-Bewerbung Leipzigs Anfang November seinen Verzicht auf die Spitzenkandidatur erklärt und damit den Personalstreit in der Landespartei angefacht.

Die Urabstimmung soll nach zehn Regionalkonferenzen in allen Unterbezirken der Partei am 1. Februar stattfinden, sagte Richter. Bei der letzten Landtagswahl 1999 hatte die SPD nur 10,7 Prozent der Stimmen erhalten – das war das schlechteste Ergebnis der Partei auf Landesebene überhaupt. Umfragen lassen es derzeit sehr unwahrscheinlich erscheinen, dass die Opposition von PDS und SPD die absolute CDU-Mehrheit in Sachsen im kommenden Jahr brechen kann.

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