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Spitzentreffen in Italien : Merkel: "Wir müssen mehr für die Sicherheit tun"

Merkel, Renzi und Hollande haben sich zu Europagesprächen auf dem Flugzeugträger "Garibaldi" getroffen. Vor beeindruckender Kulisse bemühten sich alle drei um eine starke Symbolik.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi (l) und der französische Präsident Francois Hollande.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi (l) und der französische Präsident Francois...Foto: Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Italiens Regierungschef Matteo Renzi und Frankreichs Präsidenten François Hollande haben am Montagabend vor ihren Europa-Gesprächen auf dem Flugzeugträger "Garibaldi" eine Pressekonferenz abgehalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte den Schutz der EU-Außengrenzen als wichtiges Thema des Treffens. "Wir müssen mehr für die innere und äußere Sicherheit tun", sagte Merkel angesichts der Terrorgefahr und des Bürgerkriegs in Syrien. Ein weiterer wichtiger Punkt sei, das Thema Beschäftigung. Europa sei noch nicht der wettbewerbsfähigste Teil der Welt.

Merkel sprach sich auch für mehr Austausch zwischen den Nachrichtendiensten aus. Sie sagte, daran arbeite die Europäische Union bereits.

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Merkel, Renzi und Hollande wollen EU neue Impulse geben
Merkel, Renzi und Hollande wollen EU neue Impulse geben

Renzi kündigte an, dass es in den Gesprächen unter anderem um wirtschaftliche Reformen gehen werde und um die Belange der Jugend. Hollande betonte, die EU müsse ihre Grenzen schützen. Es bedarf einer größeren Koordinierung der Verteidigung. Hollande setzte sich außerdem für mehr Kontrolle und Datenaustausch ein, um den Terrorismus besser bekämpfen zu können. Er sprach sich auch dafür aus, zusätzliche Mittel in die gemeinsamen Verteidigungsanstrengungen zu stecken. Frankreich werde seinen Beitrag dazu leisten.

Auf dem Flugzeugträger "Garibaldi". Matteo Renzi, Francois Hollande und Angela Merkel.
Auf dem Flugzeugträger "Garibaldi". Matteo Renzi, Francois Hollande und Angela Merkel.Foto: dpa


Würdigung des italienischen Antifaschisten Altiero Spinelli

Die drei Staats- und Regierungschefs hatten zuvor auf der Insel Ventotene das Grab des italienischen Antifaschisten Altiero Spinelli besucht. Sie brachten Blumengestecke mit, und neben der Gruft wehten die Flaggen der drei Länder, wie Fernsehbilder zeigten.

Spinelli war während des Zweiten Weltkriegs als Gefangener auf der Insel. Gemeinsam mit anderen schrieb er ein Manifest für ein vereintes Europa. Er gilt als Vordenker der Europäischen Union.

Die drei Staats- und Regierungschefs wollten auf der Insel Ventotene und einem davor positionierten Flugzeugträger über die Zukunft Europas nach dem Brexit-Votum beraten. Es ist das zweite Treffen dieser Art: Merkel, Hollande und Renzi waren bereits Ende Juni nach dem Nein der Briten zu einer EU-Mitgliedschaft in Berlin zusammengekommen.

Italiens Premierminister Matteo Renzi und Bundeskanzlerin Angela Merkel richten auf dem Flughafen von Neapel den Roten Teppich für sich her.
Italiens Premierminister Matteo Renzi und Bundeskanzlerin Angela Merkel richten auf dem Flughafen von Neapel den Roten Teppich für...Foto: AFP

Rund um den Gipfel herrschten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Straßen wurden gesperrt, Touristen wurden auf dem Weg zu der Badeinsel scharf kontrolliert, wie der Sender RaiNews24 berichtete. (mit dpa)

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