Politik : „Sport festigt die Persönlichkeit“

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„Was muss getan werden, um Gewalt zu verhindern? Die Fußball-WM ist für unser Land das sportliche Ereignis des Jahrzehnts oder – wie manche glauben – des Jahrhunderts. Noch nie da gewesene Sicherheitsmaßnahmen sollen Sportler und Besucher vor gewalttätigen Auseinandersetzungen schützen und scheinen das Motto ,Die Welt zu Gast bei Freunden‘ zu widerlegen. Ein Sportereignis als Auslöser von Gewalt? Mitnichten. Gewalttäter, die nicht dem Sport zuzurechnen sind, glauben lediglich, ein sportliches Event als öffentliche Plattform missbrauchen zu können.

Die Ursachen von Gewalt sind vielfältig, Patentrezepte gibt es nicht. Gewalt wird durch die Berichterstattung immer offenkundiger und scheint immer häufiger von Kindern und Jugendlichen ausgeübt zu werden. Bedenklich sind die zunehmenden gewalttätigen Ausschreitungen beim Sporttreiben selbst und der Missbrauch sportlicher Veranstaltungen durch Gewalttätige. Im letzteren Fall muss die öffentliche Hand für Sicherheit und Ordnung sorgen. Die Gewalt auf dem Sportplatz muss der Sport selbst in den Griff bekommen. Er braucht dazu mehr Engagement von Bürgern, die sich im Sport einbringen als Betreuer, Trainer, Begleiter oder im Vorstand. Mitmachen statt Wegschauen, dann kommt dem Sport auch zukünftig eine herausragende Rolle bei der Gewaltprävention zu.

Sport ist gewaltfrei und erzieht zur Gewaltfreiheit; deshalb ist das Mitmachen im Sport die beste Maßnahme, um Gewalt schon im Vorfeld zu verhindern.

Sport funktioniert nach von allen zu akzeptierenden Regeln. Auf das Überschreiten der Regeln wird unmittelbar reagiert: Mahnung, Verwarnung, Ausschluss. Das diszipliniert und zeigt Grenzen auf. Eine solche Selbstbegrenzung gehört zu den Grundmerkmalen des Sports. Systematischer und absichtlicher Regelverstoß ist mit Sport nicht vereinbar. Menschen erwarten zu Recht Fairness der Sportler und das gerechte Zustandekommen der Ergebnisse. Gewalt führt zum Ausschluss.

Sport festigt die Persönlichkeit durch gemeinschaftliche und individuelle Erfolgserlebnisse. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, Sieg und Niederlage gleichermaßen zu erfahren und zu bewältigen: im Sieg Überheblichkeit zu vermeiden, die Niederlage bei aller Enttäuschung zu akzeptieren und Wut und Zorn zu unterdrücken.

Sport integriert soziale und ethnische Gruppen, Alt und Jung, Behinderte und Nichtbehinderte besser als andere gesellschaftliche Bereiche, bietet den sozialen Rahmen zum Austausch und schafft soziale Kontakte. Toleranz, Solidarität und Fairness werden in den Vereinen, im Wettkampf und Umgang miteinander erlebt und praktiziert. Im Wettkampf wird überschüssige Kraft im Rahmen der Regeln ausgelebt. Für Kinder und Jugendliche sind erfolgreiche Sportler Vorbilder, Ansporn und Anreiz.

Der Sport hat alle Voraussetzungen, um Gewalt vorzubeugen und zur Gewaltfreiheit zu erziehen. Die besten Werte aber nützen nichts, wenn sich zu wenige in Sportvereinen engagieren.“

Klaus Riegert ,

CDU, ist Mitglied

im Sportausschuss und stellvertretender

Vorsitzender des

Unterausschusses Bürgerschaftliches

Engagement.

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