Sportförderung : Schulschließungen gefährden Vereinsarbeit

Obwohl die Mitgliederzahlen an Brandenburgischen Sportvereinen einen Höchststand aufweisen, befürchtet der Landesspportbund einen drastischen Rückgang der Aktiven. Durch die Schließung vieler Schulen können Sporthallen nicht weiter genutzt werden.

PotsdamSchulschließungen wirken sich nach Angaben des Landessportbundes (LSB) auch negativ auf die Arbeit von Sportvereinen aus. Denn mit Aufgabe von Bildungsstandorten würden auch die absolut erforderlichen Sporthallen nicht mehr zur Verfügung stehen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes, Andreas Gerlach, heute. Deshalb werde in solchen Fällen intensiv mit den Kommunen nach Lösungen gesucht. Denn die Vereine könnten die Hallen keinesfalls allein unterhalten.

Höchststand in Brandenburger Sportvereinen

Trotz der anhaltenden Abwanderung aus Brandenburg würden die über 2800 Vereine mit mehr als 293.000 Mitgliedern einen Höchststand  vermelden. Weit mehr als ein Drittel der Mitglieder seien Schüler und Jugendliche bis zum Alter von 21 Jahren. Allerdings gebe es im Land eine große Zahl von sehr kleinen Vereinen, nämlich 75 Prozent unter 75 Mitgliedern, berichtete Gerlach. Wo aufgrund fehlender Mitglieder keine Mannschaften mehr gebildet werden könnten, sei ein Ausweg die Fusion von Vereinen. Dies wird laut Gerlach auch betrieben.

Im Land Brandenburg stehe bei den Sportarten Fußball an erster Stelle. Danach kommt laut Gerlach Turnen, Handball, Reiten und die Sportschützen. Im Landessportbund und den Vereinen gebe es eine klare und eindeutige Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, betonte der Hauptgeschäftsführer. Als letztes Mittel werde auch schon mal ein Ausschluss angewendet. Gerlach konnte allerdings nicht sagen, wieviel Ausschlüsse es wegen rechtsextremer Vorfälle bisher gegeben habe.

16,4 Millionen Euro Förderung für Landessportbund

Der LSB ist ein freiwillige Zusammenschluss der Sportverbände sowie von Vereinen mit besonderern sportlichen Aufgaben. Der Zweck ist laut Satzung unter anderem die Förderung des Sports und die Koordinierung der dafür erforderlichen gemeinsamen Maßnahmen sowie die Vertretung der Mitgliederinteressen gegenüber Bund, Land und Kommunen. Die Mitarbeit in den Organen sei ehrenamtlich.

Der LSB geht davon aus, dass er mit einem öffentlichen Zuschuss von 15 Millionen Euro mittelfristig seine Aufgaben wahrnehmen kann. Nach den aktuellen Planungen würde diese Summe bis zum Jahr 2012 ausreichend sein. Dann müsse neu gerechnet werden, meinte Gerlach. Der Landtag will in dieser Woche eine Änderung des Sportfördergesetzes beraten, bei dem auch die Förderung des LSB festgeschrieben werden soll. Dann müsste sich der LSB nicht mehr auf schwankende Zahlungen aus der Lottokonzessionsabgabe einstellen. Denn im Jahr 2005 habe der LSB 15,6 Millionen Euro aus der Abgabe erhalten, 2006 seien es 14,4 Millionen Euro gewesen und 2007 sogar 16,4 Millionen Euro. (mit dpa)

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