Politik : Sprecher von Ulla Schmidt verlässt Verdi Sozialexperte Vater geht nach mehr als 30 Jahren

Cordula Eubel

Berlin - Nach mehr als drei Jahrzehnten hat Klaus Vater einen Schlussstrich gezogen: Der Sprecher von Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) will nicht länger Mitglied der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sein. „Ich bin doch kein Masochist“, begründet er seine Kündigung. Die „Entfremdung“ sei im Laufe der Jahre eingetreten, sagt Vater, der sich Anfang der 70er Jahre in der damaligen IG Druck und Papier noch „wohl gefühlt“ hat.

Für Verdi ist Vater zwar nur eines von rund 130 000 Mitgliedern, die der Gewerkschaft im Jahr den Rücken kehren. Der Verlust dürfte aber umso schmerzhafter sein, als Vater seit Jahren sozialdemokratische Sozialpolitik verkörpert – vor Schmidt war er für den SPD-Sozialexperten Rudolf Dreßler und für den früheren Arbeitsminister Walter Riester tätig.

Für Vater brachte Verdi-Vizechefin Margret Mönig-Raane das Fass zum Überlaufen, die in Interviews zum Beispiel von „Schreckensmonaten“ sprach, welche die rot-grüne Sozialpolitik den Menschen gebracht hätte. Mit Kritik könne er ja umgehen, sagt Vater, „aber das kann ich nicht mehr vertragen“. Er wolle keine Mitgliedsbeiträge mehr zahlen, wenn Verdi auf diese Art und Weise alles in den Dreck ziehen würde. Das Verhältnis zur Gewerkschaft habe sich bereits „rapide verschlechtert“, als die seinen früheren Chef Riester – einen ehemaligen IG-Metall-Funktionär – für die nach ihm benannte Rentenreform als Arbeiterverräter geißelte.

Der Abschied von den Gewerkschaften soll mit dem Verdi-Austritt aber nicht endgültig sein: Vater will in den Deutschen Journalistenverband (DJV) eintreten.

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