Update

Sprecherin : Widersprüchliche Äußerungen über Aschtiani-Freilassung

Die Freilassung der zum Tode verurteilte Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani ist nach Angaben des Komitees gegen die Steinigung entweder bereits erfolgt oder steht unmittelbar bevor.

Die zum Tod durch Steinigung verurteilte Akineh Mohammadi Ashtiani soll nach Angaben des Komitees gegen die Steinigung freigelassen worden sein.
Die zum Tod durch Steinigung verurteilte Akineh Mohammadi Ashtiani soll nach Angaben des Komitees gegen die Steinigung...Foto: dpa

Die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, sagte am Abend der Nachrichtenagentur AFP in Berlin, sie habe Informationen, wonach Aschtiani, ihr Sohn und ihr Anwalt frei seien. Bestätigungen gab es zunächst nicht. "Wir haben aus dem Iran die Information erhalten, dass sie frei sind", sagte Ahadi. Am Abend solle es im englischsprachigen iranischen Fernsehsender Press TV eine Sendung geben, in welcher dies "zu hundert Prozent bestätigt" werde. "Ja, wir haben gehört, dass sie frei ist, und auch ihr Sohn und ihr Anwalt", sagte Ahadi noch einmal auf Nachfrage.

Gegenüber der Agentur dpa dementierte Ahadi dies allerdings und sprach nur von "Hinweisen auf eine baldige Freilassung". Dass Aschtiani bereits auf freiem Fuß sei, könne sie indes nicht bestätigen.

Der Sender Press TV veröffentlichte am Donnerstag Fotos, die Aschtiani offenbar während eines Freigangs vergangene Woche zusammen mit ihrem Sohn bei ihrem Haus zeigten. Kein iranischer Sender berichtete jedoch von einer Freilassung der 43-Jährigen. Ein iranischer TV-Kanal sendete hingegen einen Bericht über Aschtiani, in welchen die Vorwürfe gegen die Todeskandidatin bekräftigt wurden.

Über das Schicksal der beiden zusammen mit Aschtianis Sohn und ihrem Anwalt festgenommenen deutschen Journalisten gab es keine weiteren Informationen. Auch das Auswärtige Amt in Berlin konnte zum Schicksal der beiden Reporter keine neuen Angaben machen.

Aschtiani war 2006 wegen der angeblichen Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann und wegen mehrfachen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Die Verurteilung wegen Mords wurde im Jahr 2007 in zehn Jahre Haft umgewandelt, die Todesstrafe wegen Ehebruchs jedoch im selben Jahr bestätigt. Der Fall hatte international für großes Aufsehen gesorgt.

Die beiden deutschen Journalisten sitzen seit Oktober im iranischen Tabris in Haft, weil sie Aschtianis Sohn interviewen wollten. Am Montag hatte das iranische Außenministerium mitgeteilt, es prüfe ein Gesuch der beiden, über den Jahreswechsel ihre Familien sehen zu können. (dpa/AFP)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

49 Kommentare

Neuester Kommentar