SPUR DES TERRORS : „Armee der Reinen“

Zu den Terrorakten in Bombay hat sich die bislang unbekannte islamistische Gruppe „Deccan Mujahedeen“ bekannt. Doch die „New York Times“ berichtete

unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise, dass sich Hinweise verdichteten, nach denen die in Pakistan ansässige Rebellengruppe Lashkar-e-Taiba für die Angriffserie verantwortlich sei. Die radikalislamische Gruppe kämpft für die Unabhängigkeit Kaschmirs. Sie wurde 1986 in der umkämpften Grenzregion gegründet, die seit einem halben Jahrhundert Streitobjekt zwischen Indien und Pakistan ist. Im indischen Teil von Kaschmir kämpfen Aufständische seit Ende der 80er Jahre für die Unabhängigkeit des überwiegend von Muslimen bewohnten Gebiets. Seit 2002 ist Lashkar-e-Taiba („Armee der Reinen“) sowohl in Indien als auch in Pakistan verboten. Die indische Polizei hatte der militanten Muslimorganisation im Juli 2006 eine Beteiligung an einer Anschlagserie in Bombay vorgeworfen, bei der mehr als 170 Menschen getötet und fast 800 verletzt wurden. 2001 machte Indien die Gruppe zudem für einen Anschlag auf das Parlament in Neu Delhi verantwortlich, der die Spannungen zwischen Indien und Pakistan dramatisch verschärfte. Zuvor hatte Lashkar-e-Taiba mehrfach Selbstmordanschläge auf indische Sicherheitskräfte in Kaschmir verübt. Neu Delhi hatte den pakistanischen Geheimdienst ISI in der Vergangenheit wiederholt beschuldigt, Lashkar-e-Taiba und andere muslimische Extremisten zu unterstützen. AFP

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