Politik : Spurensuche unter Beobachtung

Muslime kritisieren Ermittlungen nach Brand in Kölner Wohnhaus.

Köln - Nach dem Brand in einem auch von Türken bewohnten Haus in Köln gibt es Streit um die Ermittlungen. Die Behörden hätten einen rechtsradikalen Hintergrund vorschnell ausgeschlossen, kritisierte der Koordinationsrat der Muslime (KRM). Die Staatsanwaltschaft widersprach. Bei dem Brand am Samstagabend waren zwei Menschen ums Leben gekommen und 26 Menschen verletzt worden.

KRM-Sprecher Aiman A. Mazyek rief die deutschen Sicherheitsbehörden auf, keine vorschnellen Äußerungen zur Brandursache zu machen. „Die muslimische Bevölkerung ist stark verunsichert und deutsche Bürger mit türkischer Herkunft haben große Angst, weil in den letzten Wochen immer wieder türkische Wohnhäuser mit tödlichem Ausgang brannten oder Moscheen angegriffen wurden“, sagte er . Die Sicherheitsbehörden könnten nur durch umfangreiche Akribie in der Spurensuche, insbesondere nach den Fehlern bei der NSU-Aufarbeitung, verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen.

Die Kölner Staatsanwaltschaft wehrte sich gegen den Vorwurf, die Ermittler hätten einen rechtsextremen Hintergrund ausgeschlossen. „Eine entsprechende Erklärung haben wir nie verbreitet“, sagte Oberstaatsanwalt Alf Willwacher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, „wir ermitteln ergebnisoffen“. Auch der türkische Vizeministerpräsident Bekir Bozdag hatte den Vorwurf erhoben. KNA

1 Kommentar

Neuester Kommentar