Sri Lanka : "Befreiungstiger" fliegen Luftangriffe

Tamilen-Rebellen haben am Sonntag Öl- und Gaslager in Sri Lankas Haupstadt Colombo aus der Luft angegriffen. Unter der Bevölkerung der Region brach Panik aus.

Colombo - Nach Angaben staatlicher Medien Sri Lankas richteten die Bomben, die ein Kleinflugzeug auf Tanks mit Treibstoff und Gas abwarf, nur geringe Schäden an. Zwei Menschen seien verletzt worden, als nach einem Treffer ein kleineren Gastanks zwölf Kilometer nördlich von Colombo in Flammen aufging. Der Angriff auf ein Treibstofflager acht Kilometer nördlich der Hauptstadt habe keinen Schaden angerichtet, berichtete das staatliche Fernsehen.

Nach der Entdeckung eines verdächtigen Flugzeugs war Luftalarm ausgelöst worden. Flugabwehrgeschütze am Hafen, dem Hauptquartier der Streitkräfte, des Verteidigungsministerium und an der Ölraffinerie hätten Salven abgefeuert, sagte ein Militärsprecher. Die Regierung habe aus Sicherheitsgründen die Stromversorgung für die Hauptstadt und ihre Vororte für rund eineinhalb Stunden abgeschaltet. Mit dieser Maßnahme soll den nächtlichen Angreifern die Orientierung erschwert werden.

Erster Angriff im März

Am 26. März hatten die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) erstmals einen Luftangriff geflogen. Ziel war die Luftwaffenbasis neben dem Internationalen Flughafen Colombo. Nach Angaben des Militärs waren damals drei Soldaten getötet und 17 andere teils schwer verletzt worden. Die Rebellen drohten weitere Luftangriffe an.

Der 1983 begonnene Bürgerkrieg in Sri Lanka kostete bislang fast 70.000 Menschen das Leben. LTTE und Regierung schlossen vor fünf Jahren ein Waffenstillstandsabkommen. Keine der Konfliktparteien hat das Abkommen bislang aufgekündigt, de facto existiert es aber nur noch auf dem Papier. Seit Ende 2005 eskaliert die Gewalt in Sri Lanka. Mehr als 4000 Menschen wurden seitdem getötet. (tso/dpa/AFP)

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