Sri Lanka : Berlin droht mit Kürzung der Entwicklungshilfe

Angesichts der anhaltenden Kämpfe zwischen Armee und Rebellen in Sri Lanka hat Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) mit finanziellen Konsequenzen gedroht.

Berlin/Colombo - "Dieser Konflikt wird von beiden Seiten auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen, die noch immer unter den Folgen der Tsunami-Katastrophe zu leiden hat", sagte die Ministerin der Tageszeitung "Die Welt". Im Süden der Halbinsel Jaffna bombardierte die srilankische Luftwaffe nach eigenen Angaben auch am Mittwoch wieder mutmaßliche Stellungen tamilischer Rebellen. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Wenn der Wunsch der Bevölkerung nach Frieden und der Wille der internationalen Gebergemeinschaft derart missachtet würden, "muss man sich fragen, ob eine Reduzierung der Entwicklungszusammenarbeit die Konsequenz sein sollte", sagte Wieczorek-Zeul weiter.

Am Dienstagabend hatten sich die Gefechte auf den Osten der Halbinsel und dort vor allem auf den Hauptort Jaffna konzentriert. Die Armee schlug nach eigenen Angaben Versuche der Rebellen zurück, Jaffna wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Mittwoch normalisierte sich die Situation in der Stadt abgesehen von einer Reihe von Hausdurchsuchungen wieder weitgehend. Soldaten versorgten die von den Kämpfen überraschten Einwohner mit den wichtigsten Nahrungsmitteln, die in der Region geltende Ausgangssperre wurde gelockert.

Generalstreik der Tamilen

Aus Protest gegen den Luftangriff auf ein Waisenhaus, bei dem am Montag unbestätigten LTTE-Angaben zufolge 61 Schülerinnen getötet wurden, traten die Bewohner der tamilischen Orte im Nordosten Sri Lankas in einen eintägigen Generalstreik. Angaben der Armee, es habe sich um ein Trainingslager der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) gehandelt, wurden von Vertretern des UN-Kinderhilfswerks (Unicef) nicht bestätigt. Aus Sorge vor möglichen Vergeltungsaktionen der LTTE blieben die Schulen im ganzen Land weiter geschlossen.

Auch die moslemischen Bewohner im Osten Sri Lankas traten in einen Streik - dieses Mal aus Protest gegen mutmaßliche Angriffe der LTTE auf Moslems. Diese stellen nach den Tamilen die zweitgrößte Minderheit in dem vorwiegend singhalesischen Land. Die seit Monaten immer wieder aufflammenden Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) haben nach UN-Angaben inzwischen 135.000 Menschen in die Flucht geschlagen. (tso/AFP)

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