Sri Lanka : Hardliner Rajapakse gewinnt Präsidentenwahl

Sri Lankas bisheriger Premierminister Mahinda Rajapakse hat die Präsidentenwahl des Landes mit einer hauchdünnen Mehrheit gewonnen. Rajapakse lehnt jegliche Autonomie für die Tamilen-Region ab.

Colombo - Mahinda Rajapakse erreichte bei der Präsidentenwahl knapp die absolute Mehrheit. Nach dem am Freitag verkündeten amtlichen Endergebnis kam der derzeitige Premierminister Rajapakse von der Freiheitspartei (SLFP) auf 50,29 Prozent der Stimmen. Auf Oppositionsführer Ranil Wickremesinghe von der Vereinten Nationalpartei (UNP) entfielen 48,4 Prozent. Die Tamilen-Rebellen der LTTE hatten die Angehörigen der tamilischen Minderheit indirekt zum Wahlboykott aufgerufen. Zwischen der Regierung und der LTTE gilt ein brüchiger Waffenstillstand. Friedensgespräche liegen auf Eis.

Rajapakse gilt als Hardliner und Nationalist. Er bekennt sich zwar zum Friedensprozess, will die Bedingungen des Waffenstillstandes aber neu verhandeln. Eine Autonomie der Tamilen-Gebiete im Norden und Osten des Landes lehnt er strikt ab. Vor der Wahl ging er zudem ein Bündnis mit zwei singhalesisch-nationalistischen Parteien (JVP und JHU) ein, die zu keinen Zugeständnissen an die LTTE bereit sind. Den Waffenstillstand mit der LTTE hatte der jetzige Wahlverlierer Wickremesinghe im Februar 2002 als damaliger Premierminister vereinbart.

Unterdessen kam es zu neuer Gewalt in Sri Lanka. Bei einem Handgranaten-Anschlag auf eine Moschee im Osten Sri Lankas seien am Freitag mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen und 18 weitere verletzt worden, teilte die Polizei mit. Auslöser des Anschlags seien vermutlich Streitereien zwischen Anhängern zweier muslimischer Parteien gewesen.

Die Angehörigen der tamilischen Minderheit in Sri Lanka hatten die Wahl überwiegend boykottiert. In den Tamilen-Gebieten im Norden gaben weniger als ein Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, im Osten waren es rund 50 Prozent. Landesweit lag die Wahlbeteiligung bei rund 75 Prozent. (tso/dpa)

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