Sri Lanka : Konfliktparteien wieder am Verhandlungstisch

Vertreter der Regierung Sri Lankas und tamilische Rebellen haben erstmals seit drei Jahren wieder direkte Verhandlungen aufgenommen. Die Erwartungen seien sehr groß, aber man müsse realistisch bleiben.

Genf - In der Nähe von Genf trafen sich Delegationen beider Seiten am Mittwoch zu Gesprächen unter norwegischer Vermittlung, um die brüchige Waffenruhe von 2002 zu festigen. Der norwegische Sondergesandte Erik Solheim, der bei den zweitägigen Beratungen vermitteln will, äußerte sich zum Auftakt zurückhaltend über die Erfolgsaussichten.

«Die Erwartungen sind sehr groß, aber man muss realistisch bleiben», sagte Solheim. Er hoffe, dass die Gespräche dazu dienen würden, «ein neues Treffen zu vereinbaren, um auch über die anderen Aspekte des Konflikts zu diskutieren». Das Schweizer Außenministerium äußerte die Hoffnung, die Verhandlungen könnten vertrauensbildende Maßnahmen bringen. In erster Linie soll es darum gehen, den 2002 geschlossenen Waffenstillstand durchzusetzen. Der mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Bürgerkrieg hatte zuvor etwa 69 000 Menschen das Leben gekostet.

Unmittelbar vor Beginn der Gespräche war im Osten Sri Lankas ein Kämpfer der Rebellenorganisation LTTE von Unbekannten erschossen worden, wie eine pro-tamilische Internetseite am Mittwoch meldete. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen in den vergangenen Wochen aber insgesamt spürbar weniger Menschen aus Furcht vor Gewalt aus ihren Heimatorten. Die Befreiungstiger der LTTE kämpfen für die Unabhängigkeit des Nordostens, wo Tamilen die Bevölkerungsmehrheit stellen. Die Regierung in Colombo will ihnen nur Autonomie gewähren. Drei Viertel der 20 Millionen Bewohner Sri Lankas sind Singhalesen. (tso/dpa)

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