Sri Lanka : Landminen behindern Vormarsch der Regierungstruppen

Die Offensive der Regierungstruppen gegen die Tamilen-Rebellen ist ins Stocken geraten. Die Rebellen haben das Kampfgebiet offenbar vermint.

Puttumatalan/BerlinDie Bodenoffensive der srilankischen Armee ist auf Landminen und weitere Sprengfallen gestoßen, die vor dem weiteren Vorrücken entschärft werden müssen. Der Vormarsch sei fast zum Erliegen gekommen, weil man auf diese Hindernisse gestoßen sei, sagte ein Armeesprecher. Damit ist ein Ende des Bürgerkriegs in Sri Lanka vorerst nicht absehbar.

Die Armee hatte die aufständischen Tamilen auf ein Gebiet von weniger als 13 Quadratkilometer zurückgedrängt. Seit Beginn der Schlussoffensive im Februar kamen nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) fast 6500 Menschen ums Leben. Vor den jüngsten Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) flohen nach Angaben der Armee seit Montag mehr als 100.000 Menschen. Beide Konfliktparteien werfen einander vor, auf Zivilisten geschossen zu haben.

Wegen der immer schlechter werdenden Lage der Zivilbevölkerung wächst der Druck auf die srilankische Regierung, die Offensive einzustellen. Von den LTTE fordert die internationale Gemeinschaft ein Ende des seit 25 Jahren andauernden bewaffneten Kampfes für einen eigenen Tamilenstaat. Unter anderem hatten die UN angesichts des schweren Loses der Zivilbevölkerung im Kriegsgebiet Alarm geschlagen. Die Regierung in Colombo wies die Forderung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zurück, eine Beobachtergruppe ins Land zu lassen.

Mittlerweile hat sich Indien in die Friedensbemühungen eingeschaltet und Außenminister Shivshankar Menon und Sicherheitsberater M.K. Narayanan in das Nachbarland entsandt. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier forderte mehr Schutz für Zivilisten im Kriegsgebiet. Internationale Hilfsorganisationen müssten sofort Zugang zu allen Flüchtlingen erhalten. (ds/Reuters)

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