Sri Lanka : Rebellen bei Kämpfen getötet

Bei Gefechten im Norden Sri Lankas sind nach Regierungsangaben fast hundert Tamilen-Rebellen getötet worden. Bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen wurden bisher mehr als 1400 Menschen getötet.

Colombo - Weitere hundert Rebellen seien verletzt worden, sagte Informationsminister Anura Yapa in Colombo. Laut Verteidigungsministerium griffen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) vom Meer aus Stellungen der Armee im Südwesten der Halbinsel Jaffna an. Die Armee habe die Angriffe abwehren können. Aus Militärkreisen verlautete, es seien sechs Soldaten getötet worden. Die LTTE-Rebellen gaben zunächst keine Erklärung ab; auf einer ihnen nahe stehenden Website wurde von schweren nächtlichen Kämpfen berichtet.

Die Regierungstruppen hätten die Angriffe der Rebellen mit Raketenwerfern beantwortet und die Offensive nach mehrstündigen Kämpfen abwehren können, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Colombo. Laut Informationsminister Yapa wurden 98 Rebellen bei den Kämpfen getötet.

Trotz Waffenstillstand Gefechte

Zwischen der Halbinsel Jaffna und dem Rest Sri Lankas liegen von Rebellen kontrollierte Zonen. Die im Norden der Halbinsel stationierten Regierungssoldaten sind auf die Versorgung aus der Luft oder über den Hafen von Trincomalee angewiesen. Auch dort gab es nach Angaben eines Sprechers der skandinavischen Mission zur Überwachung des Waffenstillstands in Sri Lanka (SLMM) in der Nacht Gefechte. "Wir mussten unseren Stützpunkt in Trincomalee aufgeben, weil die Gegend unter starken Beschuss geriet", sagte der Sprecher.

Am Mittwoch hatte sich Präsident Mahinda Rajapakse zu Friedensgesprächen bereit erklärt. "Die Tür steht immer offen", hatte er gesagt. Zugleich hatte er betont, es handele sich bei den Gefechten nicht um einen Krieg. "Wir ergreifen defensive Maßnahmen, weil wir angegriffen wurden. Wenn das Krieg wäre, würden wir in die Offensive gehen." Bei den seit Monaten immer wieder aufflammenden Gefechten zwischen Regierungstruppen und LTTE-Rebellen wurden nach offiziellen Angaben bereits mehr als 1400 Menschen getötet. Nach UN-Angaben wurden 135.000 Menschen in die Flucht getrieben. (tso/AFP)

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