Staatliche Hilfe : Grundsicherung für immer mehr Bundesbürger

Immer mehr bedürftige Menschen in Deutschland bekommen die so genannte Grundsicherung. Die Zahl der Rentner und Erwachsenen, die dauerhaft nicht voll erwerbstätig sind und diese Hilfe beziehen, stieg im Jahr 2007 um sieben Prozent.

WiesbadenRund 733.000 Männer und Frauen erhielten Ende 2007 die so genannte Grundsicherung - das sind 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag berichtete. Verglichen mit Ende 2003, als die Zahl der Grundsicherungsempfänger erstmals erhoben wurden, waren es sogar 67 Prozent mehr. Die Ausgaben für die Leistungen haben sich in dieser Zeit fast verdreifacht: Sie stiegen nach Angaben des Bundesamts auf 3,6 Milliarden Euro. Rein rechnerisch seien 2007 pro Bundesbürger 42 Euro für diese Hilfeart ausgegeben worden.

Mehrzahl der Empfänger älter als 65 Jahre

Insgesamt bezogen Ende vergangenen Jahres 1,1 Prozent der Bevölkerung diese staatlichen Zahlungen. Grundsicherung können Rentner bekommen oder Erwachsene, die dauerhaft nicht voll arbeitsfähig sind. Ausgezahlt wurden im Schnitt netto 385 Euro pro Monat. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Empfänger war 65 Jahre und älter. In dieser Altersgruppe bezogen 2,4 Prozent Leistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts.

Frauen liegen vorn

Frauen stellten mit rund 414.000 Personen (56 Prozent) die Mehrzahl der Leistungsempfänger. Allerdings stieg im Vergleich zum Jahr 2006 die Zahl der männlichen Hilfebezieher mit einem Plus von 8,5 Prozent stärker als die der Frauen (plus 6,6). Jeder vierte Leistungsempfänger lebte in Pflege- oder Altersheimen.

Nach wie vor wird die Grundsicherung im Westen häufiger in Anspruch genommen als im Osten. Ein Grund dafür sei die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen in der DDR, die nun entsprechend mehr Rente bekämen, erläuterte ein Sprecher des Bundesamts. In den früheren Bundesländern bekamen 2007 etwa 1,1 Prozent der Einwohner Leistungen zur Grundsicherung, in den neuen Ländern 0,8 Prozent. Mit je 1,8 Prozent ist der Anteil in den die Stadtstaaten Bremen und Berlin am höchsten, am niedrigsten ist er in Thüringen und Sachsen (je 0,6 Prozent). (jar/dpa)

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