Politik : Staatsanwalt ermittelt gegen Schiedsrichter

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Frankfurt am Main Die Staatsanwaltschaft hat am Montag Vorermittlungen gegen den unter Manipulationsverdacht stehenden Fußball-Schiedsrichter Robert Hoyzer aufgenommen. Hoyzer soll auf den Ausgang mehrerer Spiele Einfluss genommen haben, um von Wetteinsätzen zu profitieren. Der 25-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Man prüfe, ob gegen Hoyzer ein Anfangsverdacht wegen Betruges oder einer anderen Straftat bestehe und ein Ermittlungsverfahren einzuleiten sei, sagte der Sprecher der zuständigen Ermittlungsbehörde in Braunschweig, Joachim Geyer. Robert Hoyzer wird verdächtigt, mindestens fünf Fußballspiele in den vergangenen zwei Jahren manipuliert zu haben, unter anderem das Pokalspiel SC Paderborn gegen den Hamburger SV. Außerdem soll der gebürtige Berliner im Oktober versucht haben, das Zweitliga-Spiel Essen gegen Köln zu manipulieren, obwohl er dafür gar nicht eingeteilt war. Nach Informationen des Tagesspiegels soll er dabei den Schiedsrichterassistenten Felix Zwayer massiv bedrängt haben, Einfluss auf den Spielausgang zu nehmen. Zwayer soll sich dagegen gewehrt und stattdessen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) von dem Vorfall unterrichtet haben. DFB-Pressesprecher Harald Stenger wollte diese Darstellung am Montag nicht dementieren.

Laut Stenger handelt es sich bei Hoyzer vermutlich um einen Einzelfall. Es gebe lediglich „einen vagen Hinweis über einen nicht bestätigten Vorwurf gegen einen anderen Schiedsrichter“. DFB-Präsident Theo Zwanziger erklärte, dass sich zurzeit alle Ermittlungen „ausschließlich gegen Herrn Hoyzer“ richteten. Zwanziger erklärte, man werden im Interesse der Glaubwürdigkeit des Fußballs alles tun, um den Fall lückenlos aufzuklären.

Gegen die privaten Wettbüros wird derweil in Berlin wegen illegalen Glücksspiels ermittelt. Nach Schätzung der Polizei gibt es allein in Berlin „rund 80“ illegale Wettbüros, trotzdem habe es bislang nur wenige Anklagen gegen die Betreiber gegeben. Tsp

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