Politik : Staatsanwalt: Keine Hetzjagd in Mügeln

Mügeln - Knapp zwei Wochen nach der Attacke auf acht Inder im sächsischen Mügeln ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwölf Tatverdächtige. Die Männer im Alter von 17 bis 35 Jahren stammen aus Mügeln und Umgebung, teilte die Behörde am Freitag in Leipzig mit. Gegen sie seien Verfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der Volksverhetzung und der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet worden. Eine Hetzjagd durch mehrere Straßen habe es aber nicht geben, sagte ein Behördensprecher.

Die Polizei hat den Angaben zufolge bisher mehr als 125 Zeugen vernommen. Dazu gehören auch die acht Inder, die bei dem Stadtfest in Mügeln von einem Mob von etwa 50 Deutschen verfolgt wurden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist nach bislang vorliegenden Unterlagen keiner der Tatverdächtigen zuvor wegen rechtsextremer Straftaten verurteilt worden. Bei dem Übergriff in der Nacht zum 19. August gab es jedoch „fremdenfeindliche Äußerungen Einzelner aus der Menschenmenge“ vor der Pizzeria, in die die Inder geflüchtet waren. Die Behörde hat keine Anhaltspunkte dafür, dass die Attacke geplant war oder einen organisierten rechtsextremen Hintergrund hatte.

Unterdessen steht der Bürgermeister von Mügeln, Gotthard Deuse (FDP), nach einem Interview in der rechtsgerichteten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ erneut heftig in der Kritik. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, und mehrere Politiker, darunter der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagfraktion, Volker Beck, forderten Deuses Rücktritt.dpa

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