Staatsbesuch : Libyen kauft 21 Airbus-Maschinen von Frankreich

Der Besuch von Libyens Machthaber Gaddafi bei Präsident Sarkozy in Paris hat sich zumindest wirtschaftlich gelohnt: Frankreich verkauft an das Land 21 Airbus-Flugzeuge - und "einen oder mehrere" Atomkraftwerke.

Sarkozy
Gute Geschäfte: Gaddafi bei Sarkozy. -Foto: AFP

ParisBeim Besuch des libyschen Staatsführers Muammar el Gaddafi in Paris haben Libyen und Frankreich Verträge über den Kauf von Airbus-Maschinen und eine zivile Atom-Kooperation geschlossen. Die libysche Fluggesellschaft Afrikijah Airways bestätigte den Kauf von sechs Airbus A350 im Gesamtwert von 1,6 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro). Libyan Airlines will insgesamt 15 Maschinen erwerben, vier A350, ebenso viele A330 und sieben A320. Das Volumen des Kaufvertrags wurde nicht bekannt.

Zudem vereinbarten beide Seiten die Lieferung "einer oder mehr Atomreaktoren" an Libyen. Die Vereinbarung betont die "friedliche Nutzung der Atomenergie". Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte nach einem ersten Treffen mit Gaddafi gesagt, die beiden Länder würden Geschäfte mit einem Umfang von rund zehn Milliarden Euro unterzeichnen. Ein zweites Treffen ist für Mittwoch geplant.

Sarkozy hatte hatte Gaddafi Ende Juli bei seinem Besuch in Libyen direkt nach der Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern durch Tripolis eingeladen. Dabei vereinbarte er mit Gaddafi auch die Lieferung von Raketen und eines Atomreaktors. Außerdem schlossen die beiden Politiker ein umfassendes Militärabkommen. Inzwischen prüft ein französischer Untersuchungsausschuss, ob die Vereinbarungen die Gegenleistung für die Rückkehr der Bulgarinnen in ihre Heimat war. Die Regierung in Paris bestreitet dies. (jvo/AFP)

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