Staatsbesuch : US-Präsident Bush überraschend in Afghanistan gelandet

Im Rahmen seiner Abschiedsreise ist der scheidende US-Präsident Bush am Montag überraschend in Afghanistan eingetroffen. Er will sich mit US-Soldaten und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai treffen.

Bush
Bush unangekündigt in Afghanistan gelandet. -Foto: dpa

US-Präsident George W. Bush ist am Montag zu einem nicht angekündigten Besuch in Afghanistan eingetroffen. Bush landete am frühen Morgen auf der US-Luftwaffenbasis Bagram außerhalb der Hauptstadt Kabul, wie ein mitreisender Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Bush will sich nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN mit US-Soldaten und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai treffen. Bush kam aus Bagdad, wo er fünf Wochen vor Ende seiner Amtszeit einen Abschiedsbesuch absolviert hatte. Er sei nach Afghanistan gekommen, um sich bei Präsident Hamid Karsai zu bedanken, sagte Bush während des Fluges von der irakischen Hauptstadt Bagdad nach Bagram. Außerdem wolle er der afghanischen Bevölkerung versichern, dass die USA ihnen auch in Zukunft beistehen würden. Zuvor hatte Bush am Sonntag bereits einen nicht angekündigten Besuch im Irak absolviert.

Der Krieg ist noch nicht vorbei

Bush und der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki besiegelten bei Bushs Irakbesuch symbolisch das Sicherheitsabkommen zwischen beiden Staaten, das den Abzug der US-Truppen bis 2011 vorsieht. "Der Krieg ist noch nicht vorbei", sagte der US-Präsident. Die irakische Regierung hatte alles darangesetzt, um das Sicherheitsabkommen mit den USA noch vor dem Amtsantritt von Bushs Nachfolger Barack Obama zu verabschieden. Die Sicherheitslage im Irak hat sich in den vergangenen Monaten deutlich stabilisiert. Derzeit befinden sich knapp 150.000 US-Soldaten im Irak.

Der internationale Einsatz in Afghanistan sei unerlässlich, sagte Bush, der von dem Befehlshaber der internationalen Truppen in Afghanistan, David McKiernan, empfangen wurde. Die Herausforderungen seien jedoch hoch. Das Land sei bedeutend größer und ärmer als der Irak, warnte Bush. Außer einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai war den Angaben zufolge auch eine Ansprache vor US-Soldaten geplant.

Zum Schluss noch symbolische Gesten

Zuvor hatte der in fünf Wochen aus dem Amt scheidende Staatschef am Sonntag überraschend den Irak besucht. Bush unterzeichnete gemeinsam mit Iraks Regierungschef Nuri el Maliki noch einmal symbolisch das kürzlich vereinbarte Sicherheitsabkommen. Der Krieg im Irak sei noch nicht vorbei, aber der Sieg sei nah, sagte der US-Präsident.

Das Weiße Haus hatte den geplanten Besuch im Irak bis zuletzt geheim gehalten und ihn erst nach Bushs Landung auf dem internationalen Flughafen in Bagdad bekannt gegeben. Es war bereits Bushs vierter Besuch im Irak. Der Republikaner gibt sein Amt am 20. Januar an den Demokraten Barack Obama ab. Obama hatte bereits während seines Wahlkampfs angekündigt, die US-Truppen im Irak binnen 16 Monaten abziehen zu wollen.

Bush hatte zuletzt im März 2006 Afghanistan besucht. Der Aufenthalt wird von scharfen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Die Präsidentenmaschine Air Force One landete aus Sicherheitsgründen ohne Beleuchtung auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram in der Nähe der Hauptstadt Kabul, berichtete die "New York Times".

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