Staatsbesuch : Westerwelle: Pakistan muss stabil bleiben

Außenminister Guido Westerwelle hat bei seinem Paktistanbesuch die Bedeutung der politischen Stabilität des Landes für den Westen unterstrichen. "Deutschland hat ein ganz großes Interesse daran, dass Pakistan ein stabiles Land ist und bleibt“, sagte er.

Guido Westerwelle landet in Pakistan.
Guido Westerwelle landet in Pakistan.Foto: dpa

Wegen Nebels konnte das deutsche Regierungsflugzeug nicht in der Hauptstadt Islamabad landen, sondern musste ins 250 Kilometer entfernte Lahore ausweichen. Westerwelle und seine Delegation machten sich mit drei Autobussen auf den mehrstündigen Weg in die Hauptstadt.

Auf der Fahrt sagte Westerwelle dem Land Unterstützung zu. „Was wir tun können, damit sich Pakistan stabilisiert, sollten wir tun. Auch in unserem eigenen Interesse“, erklärte der Minister. Er sprach sich ferner dafür aus, die Märkte in Europa stärker für Produkte aus Pakistan zu öffnen. Pakistan sei auch wichtig, um für den Konflikt in Afghanistan eine politische Lösung zu finden. Es sei wichtig, dass sich die anderen Staaten der Region engagiert im Kampf gegen den Terrorismus beteiligen.

   Wegen der geänderten Reiseroute geriet das Besuchsprogramm in Verzug. Eigentlich war in Islamabad ein Treffen Westerwelles mit Premierminister Yousaf Raza Gilani geplant. Es war jedoch unklar, ob dieser Termin noch zustande kam. Am Abend sollte auch ein Treffen mit Außenminister Shah Mahmood Qureshi stattfinden.

   Pakistan mit seinen 170 Millionen Einwohnern gehört zu den Atommächten. Das Grenzgebiet zum Nachbarland Afghanistan gilt als wichtigstes Rückzugsgebiet von islamistischen Terroristen.

   Am Sonntag will sich der Außenminister und FDP-Vorsitzende ein Bild von der Lage nach den schweren Überschwemmungen machen, die Pakistan im vergangenen Sommer heimgesucht hatten. Deutschland beteiligt sich an verschiedenen Hilfsprojekten. Bei der schlimmsten Hochwasser-Katastrophe in der Geschichte des Landes gab es mehr als 1700 Tote. Insgesamt waren 20 Millionen Menschen betroffen. Mehrere Millionen sind heute noch auf Hilfe angewiesen.

   Innenpolitisch war die Entwicklung Pakistans zuletzt von einer Koalitionskrise geprägt. Premierminister Gilani gelang es erst am Freitag, den kleineren Koalitionspartner Partei MQM zur Rückkehr in die Regierung zu bewegen. Damit verfügt Gilanis Pakistanische Volkspartei (PPP), die zusammen mit mehreren kleineren Parteien regiert, wieder über eine Mehrheit im Parlament. (dpa)

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