Politik : Staatsbürgerrecht: Grüne Ausländerbeauftragte Beck zieht positive Bilanz

Etwa 50 000 Kinder ausländischer Eltern sind in diesem Jahr automatisch mit ihrer Geburt Deutsche geworden. Mit dieser Zahl zog die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne), eine positive Bilanz des seit Anfang des Jahres geltenden neuen Staatsbürgerschaftsrechts. "Das Geburtsrecht ist das Kernstück der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts", sagte Beck in einem dpa-Gespräch. Bei den Einbürgerungen von Erwachsenen rechnet Becks Behörde mit einer Verdopplung der Antragszahlen. Weit unter den Erwartungen liege die vorübergehend mögliche Einbürgerung von Kindern im Alter bis zu zehn Jahren.

Nach Angaben Becks werden jährlich in Deutschland etwa 100 000 Kinder ausländischer Eltern geboren. Automatisch Deutsche werden sie nur, wenn ein Elternteil sich bei der Geburt seit mindestens acht Jahren dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland aufhält und seit mindestens drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung hat. Dies trifft für jedes zweite Kind zu. "Das ist eindeutig die höchste Erfolgsquote in der Einbürgerung", sagte Beck. Für die Integrationsbereitschaft von jungen Menschen sei es ganz zentral, ihnen zu sagen: "Das ist Eurer Land. Ihr bekommt die Rechte dieses Landes und übernehmt dann auch die Pflichten."

Dieser Teil der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts "ist leider in diesem Schlachtengetümmel um den Doppelpass untergegangen", sagte Beck. Das Geburtsrecht sei Integrationspolitik und verändere das Selbstverständnis der Republik.

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