Politik : Staatsstreich auf Fidschi beendet

Ulrike Röhrig

Suva - Fidschis Militärchef Voreqe Bainimarama hat am Donnerstag die Staatsführung an den vormaligen Präsidenten Ratu Josefa Iloilo wieder zurückgegeben und damit den Weg zur Wiederherstellung der Demokratie des Landes frei gemacht. Iloilo sagte in einer Erklärung, dass er „dem Kommander und seinen Männern für die Aufrechterhaltung der Sicherheit und das Zurückgeben der Staatsmacht danken“ möchte. Er kündigte an, eine Übergangsregierung aufzustellen, die bis zur nächsten Wahl amtieren soll. Diese soll sich darum bemühen, den Lebensstandard der Armen des Landes zu erhöhen, die Beziehungen Fidschis zu den Nachbarländern zu verbessern, ein Anti-Korruptions-Komitee einzurichten und die Möglichkeit der Straffreiheit Bainimaramas und des Militärs zu untersuchen.

Vor einem Monat hatte sich Bainimarama durch einen Militärputsch an die Spitze des Landes gestellt, um die demokratisch gewählte Regierung von Korruption und schlechtem Regieren „zu säubern“. Nach den Wirren des Putsches hatte sich die Lage im Lande wieder beruhigt, wobei die vielen militärischen Kontrollstellen in der Hauptstadt Suva den Bürgern weiterhin die Instabilität der politischen Situation zeigten. Die Suspendierung vom Commonwealth – der Vereinigung ehemals britischer Kolonien –, die Einstellung von Hilfszahlungen und gemeinsamen Projekten durch westliche Länder wie Neuseeland und Australien und das Ausbleiben von Touristen als Resultat des Putsches machten sich dennoch bereits in der Wirtschaft des Südseearchipels negativ bemerkbar, wenn auch der Armeechef gerade in unteren Gesellschaftsschichten viele Sympathisanten hatte.

Der durch den Staatsstreich entmachtete Premierminister Laisenia Qarase, der sich in seinem Heimatdorf Mavana auf einer der 322 fidschianischen Inseln aufhält, reagierte erstaunt auf die Entwicklung. Allerdings gibt es Gerüchte, wonach es bei den letzten beiden Wahlen 2001 und 2006 Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll.

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