Politik : Stahlwände sollen Pazifik schützen

Tokio - Am Atomkraftwerk Fukushima will der Betreiber Tepco mit Stahlwänden eine schlimmere Verseuchung des Pazifiks verhindern. Arbeiter begannen am Samstag, an einem Zulauf am Reaktorblock zwei Barrieren zu errichten. Im 180 Kilometer nördlich gelegenen Kernkraftwerk Onagawa blieb die Lage ruhig. Dort war beim Nachbeben der Stärke 7,1 verseuchtes Wasser übergeschwappt. Nach den bisher heftigsten Erdstößen seit dem Mega-Beben vom 11. März waren am Samstag noch immer fast 270 000 Haushalte im Nordosten Japans ohne Strom. Die Zahl der Toten infolge des Nachbebens stieg auf mindestens fünf. Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte am Samstag zwei Beben der Stärke 5,4 mit Epizentrum vor der Ostküste Japans.

Am Block 2 in Fukushima war tagelang verstrahltes Wasser unkontrolliert in den Ozean geströmt – bis das Leck nach mehreren gescheiterten Versuchen gestopft werden konnte. Mit sieben Stahlplatten in den Maßen vier mal acht Meter will Tepco nun die Meerwasser-Ansaugleitung an dem Meiler umschließen und damit verhindern, dass sich weiter verseuchte Flüssigkeit in den Pazifik ergießt. Der Zulauf war schon vor der Katastrophe vom 11. März zwecks Wartungsarbeiten mit Stahlplatten abgeschirmt worden. Der Tsunami hatte sie jedoch weggespült.

Derweil bezogen in der verwüsteten Stadt Rikuzentakata die ersten Überlebenden des Tsunamis behelfsmäßig errichtete Häuser. Immer noch harren 150 000 Menschen in den 2400 Notunterkünften aus. Bei der Flutkatastrophe vom 11. März starben wahrscheinlich fast 28 000 Menschen. 15 000 davon gelten derzeit noch als vermisst. Erstmals wollte sich am Samstag ein Mitglied des japanischen Kabinetts an der Atomruine Fukushima 1 ein Bild der Lage verschaffen. Mit seinem Besuch wolle Wirtschaftsminister Banri Kaieda den unter Lebensgefahr arbeitenden Technikern Mut machen, berichtete die Agentur Kyodo. Die Atomaufsicht verschärfte die Sicherheitsnormen für Akws. Fortan müssen für jeden Reaktor mindestens zwei Notstromaggregate bereitstehen. dpa/AFP

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