Politik : Stammzellenforschung: Ethik-Experten der EU sind für kontrollierte Stammzellenforschung

Die Ethik-Experten der Europäischen Union haben sich für eine kontrollierte Zulassung der menschlichen Stammzellenforschung in der EU ausgesprochen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Beratergruppe der französischen EU-Ratspräsidentschaft in Paris übergab. Forscher hoffen, aus den Stammzellen künftig Gewebe und Organe züchten zu können. So ließe sich nach Bedarf Zell- oder Organersatz erzeugen, ohne auf Transplantationen zurückgreifen zu müssen.

Stammzellen könnten jedoch auch als Basis für die Schaffung menschlicher Klone dienen. In den USA sind Versuche mit Stammzellen zur Erzeugung von Organen erlaubt, in der EU sind die nationalen Regelungen unterschiedlich. In Deutschland ist die Gewinnung von Stammzellen derzeit verboten, in Großbritannien ist sie seit August erlaubt. London will diese Forschungsvorhaben sogar mit öffentlichen Geldern fördern. Eine EU-weite Richtlinie ist nach Angaben der Brüsseler Kommission derzeit nicht geplant. Die zwölf Ethik-Experten unter Leitung der Französin Nolle Lenoir schlugen vor, die Stammzellenforschung unter strenger öffentlicher Kontrolle zuzulassen, sofern diese nach den nationalen Gesetzen erlaubt sei.

Die Vorhaben sollten genehmigungspflichtig sein und die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Arbeiten sollten allerdings darauf geprüft werden, ob sie der Verbesserung der Gesundheit oder dem Gesundheitsschutz förderlich seien und in allen Stadien auf ihre ethischen Aspekte hin überwacht werden.

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