Stammzellenforschung : Experten kritisieren Gesetzeslage

Bei einem Internationalen Stammzellenkongress wird Kritik an der deutschen Forschungspolitik laut. Demnach steht die Gesetzgebung der Forschung an embryonalen Stammzellen besonders im Wege.

DresdenStammzellforscher haben die Forschungspolitik in Deutschland kritisiert. Bei einem Internationalen Stammzellkongresses sagte der Dresdener Professor Gerhard Ehninger am Montag, dass sie primär unter Angst- und Missbrauchsgedanken erfolge. Deutschland stehe bei der Forschung mit Gewebestammzellen gut da, allerdings behinderten  gesetzliche Rahmenbedingungen die Forschung an embryonalen Stammzellen. In Deutschland gelte als unsicher, was in anderen Ländern möglich sei. Aus diesem Grund würden deutsche Forscher bereits im Ausland arbeiten.

Bei dem Kongress  tauschen über 600 Experten aus aller Welt ihre Forschungsergebnisse aus. Das "Treffen der Weltelite der
Stammzellforscher" wird alle zwei Jahre vom DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) organisiert. Stammzellforschung erstrecke sich in der Elbestadt von den Grundlagen bis zur klinischen Anwendung, so Wieland Huttner, Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik.

Trotz der Fristverschiebung befinde sich Deutschland im europäischen Vergleich im letzten Drittel, sagte Ehninger unter Verweis auf die mühsam erreichte Lockerung des Stammzellgesetzes. Danach dürfen vor dem 1. Januar 2007 statt vor dem 1. Januar 2002 gewonnene embryonale Stammzellen importiert werden. Er und seine Kollegen halten eine nachlaufende Stichtagsregelung für besser. Zudem
sollte wie in Großbritannien das therapeutische Klonieren erlaubt werden. Ehninger sieht in der Forschung "extremes Potenzial" für
Innovation, die Entwicklung von Medikamenten und Therapien. Es gehe darum, Krankheiten zu heilen oder ihnen vorzubeugen.  (dw/dpa)

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