Politik : Stark, ohne Star zu sein

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Auch Umwege führen manchmal in eine zentrale Position: Vor eineinhalb Jahren wollte Reinhard Bütikofer schon aus der Parteipolitik aussteigen, doch dann bot ihm das Scheitern des GrünenFührungsduos Fritz Kuhn und Claudia Roth an einer Satzungsfrage eine neue Chance. Er hat sie besser genutzt, als ihm das manche Parteifreunde damals zutrauten. Ohne stark aufzutreten, ist er heute einer der stärksten und integrativsten Parteichefs, den die Grünen je erlebten. Seinen Posten als Bundesgeschäftsführer hatte er Ende 2002 auch zur Verfügung gestellt, weil wichtigere Führungsfiguren seinen Eigensinn wenig schätzten. Heute erwächst Bütikofers politische Kraft daraus, dass er einen relativ offenen, argumentativen Meinungsbildungsprozess seiner Partei organisiert und ihn eng mit den drei Bundesministern und der Fraktion abstimmt. Selten funktionierte das so reibungslos wie im Moment. Ein Medien- oder Politstar wird der Stratege kaum werden. Dafür sind schon seine Sätze zu lang. Trotzdem bleibt die Frage: Wann nutzt der auch an der Basis geschätzte Parteichef diese Stärke, um seinen ganz eigenen Akzent grüner Politik zu setzen? hmt

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