Politik : Stasi-Spionage: SPD-Führung wurde jahrelang bespitzelt

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Die SPD-Führung in Bonn ist von 1973 bis 1987 systematisch von der Stasi bespitzelt worden. Bei der Gauck-Behörde sind jetzt zum ersten Mal Abhörprotokolle von Telefonaten führender Genossen aufgetaucht. Darunter befinden sich Mitschnitte von Gesprächen, die unter anderem Willy Brandt, Helmut Schmidt, Egon Bahr und Hans Eichel geführt haben.

Ein von der Gauck-Behörde bislang nicht identifizierter Spion mit Tarnnamen "Max" lieferte im Berichtszeitraum 1 281 registrierte Dossiers über die SPD. Damit gilt er in der Gauck-Behörde als ein Spitzenreiter. Dem Tagesspiegel liegt ein mit dem Stempel "Streng geheim" versehenes Dokument von "Max" mit Einschätzungen zur Verwicklung von SPD-Politikern in die Flick-Affäre vor. Das Dokument wurde von der "Hauptabteilung Aufklärung" als so brisant eingestuft, dass es im Politbüro zunächst verteilt und dann wieder eingesammelt wurde. Eine Kopie des dreiseitigen Papiers wurde an den KGB in Moskau weitergeleitet. Die Berichte von "Max", darunter "Personeneinschätzungen zu Fuchs, Engholm und Wischnewski", gingen direkt an Erich Honecker.

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