Politik : Stasi-Unterlagen: "Fatales Zeichen" - Historiker warnen vor Zugangsbeschränkung

lvt

Sollte der Zugang zu den Stasi-Akten eingeschränkt werden, hätte das für die Erforschung der DDR-Geschichte verheerende Folgen. Das ist die Auffassung von rund 100 Historikern und DDR-Experten, die sich am Dienstag in einem offenen Brief an die Mitglieder des Innenausschusses des Bundestages gewandt haben. "Es wäre ein fatales Zeichen, wenn die Grundvoraussetzungen der historischen Aufarbeitung des SED-Regimes verändert würden", heißt es in dem Schreiben. Die Unterzeichner des vom SED-Forschungsverband an der FU Berlin initiierten Schreibens fordern, die Stasi-Unterlagen weiterhin öffentlich zugänglich zu lassen, soweit nicht "schutzwürdige Interessen" von Opfern betroffen seien. Die von Innenminister Schily angestrebte Sonderregel für "Personen der Zeitgeschichte" würde dazu führen, "dass die politischen Vorgänge in der DDR nur noch begrenzt rekonstruiert werden könnten", warnt der Direktor der Berliner Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, im Gespräch mit dem Tagesspiegel.

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