Politik : Stasitagung findet jetzt in Odense statt

Odense/Schwerin - Eine im Sommer in Berlin nach heftiger Kritik abgesagte Tagung mit ehemaligen Stasimitarbeitern über die DDR-Auslandsspionage soll im November im dänischen Odense nachgeholt werden. Wie die Süddänische Universität (SDU) am Freitag mitteilte, stehen bei dem zweitägigen Treffen am 17. und 18. November erneut ehemalige hohe Stasioffiziere und Ex-Auslandsspione für die DDR als Redner auf dem Programm. Ursprünglich hatte der SDU-Historiker Thomas Wegener Friis die Konferenz am 17. Juni in Berlin unter anderem in Zusammenarbeit mit der Birthler-Behörde geplant. Nach empörten Reaktionen – nicht zuletzt über das Datum am Jahrestag des DDR-Volksaufstands 1953 – hatte die Birthler-Behörde sich von der Veranstaltung distanziert. Zu den Rednern im November gehören erneut der letzte Chef der Stasiauslandsaufklärung, Werner Großmann, sowie die als Stasispione verurteilten Gabriele Gast und Rainer Rupp. Man habe für die Konferenz keinen zweiten Anlauf zur Zusammenarbeit mit der Birthler-Behörde gemacht, sagte Friis. „Da sind wir klüger geworden.“

Derweil ist auch in der Schweriner Außenstelle der Stasiunterlagenbehörde ein Schießbefehl gegen DDR-Flüchtlinge entdeckt worden. Wie Behördenleiter Thomas Auerbach sagte, stammt der an einen inoffiziellen Stasimitarbeiter gerichtete Befehl aus den 70er Jahren. „Der Befehlsempfänger war Mitarbeiter der Stasihauptabteilung HA 1, die für NVA und Grenztruppen zuständig war.“ Er gehe davon aus, dass in Berlin „Hunderte solcher Befehle“ lagern. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar