Statistik : 2009 wieder mehr Asylbewerber

Die Zahl der Asylbewerber ist 2009 erneut gestiegen. Bis November des laufenden Jahres haben 25 429 Personen in Deutschland Asyl beantragt. Das sind rund 3500 mehr als im gesamten Vorjahr.

Mehmet Ata

BerlinMit 6200 Erstanträgen stellen irakische Asylsuchende die größte Gruppe, gefolgt von der Gruppe der 3012 afghanischen Flüchtlinge. Die instabile Lage in diesen beiden Ländern führt zu massenhaften Fluchtbewegungen.

Wie das Innenministerium am Dienstag bekannt gab, hat Deutschland im aktuellen Jahr über 2000 irakische Flüchtlinge, vorwiegend verfolgte Christen, aufgenommen. Die anvisierte Zahl von 2500 Flüchtlingen werde im Laufe des neuen Jahres erreicht. Diese Schutzsuchenden erhalten im Gegensatz zu anderen Flüchtlingen das Recht auf Sprachkurse und eine Arbeitserlaubnis. Ziel ist ihr dauerhafter Verbleib in Deutschland.

Für 2010 rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit einem weiteren Anstieg der Asylbewerberzahlen um zehn Prozent. Erwartet werden viele Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak und dem Iran.

Seit 2007 suchen wieder mehr Menschen Schutz in Deutschland. Die Asylbewerberzahlen bewegen sich aber auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Denn die Jahre zuvor waren von einem dramatischen Rückgang der Asylbewerberzahlen gekennzeichnet. Allein seit 1998 ist die Zahl der Anträge auf ein Drittel geschrumpft. Damals haben noch rund 100 000 Menschen in Deutschland Asyl gesucht. Im Jahr 1992 gab es sogar rund 440 000 Erst- oder Folgeanträge von Flüchtlingen. Experten sehen in der Sicherung der EU-Grenzen einen wichtigen Grund für den Rückgang, auch gibt es inzwischen hohe Auflagen bei der Vergabe von Visa an Menschen aus Krisenregionen. Die wachsende politische Stabilität innerhalb von Europa trägt auch zum Rückgang der Asylbewerberzahlen bei. In den 90er Jahren stammte ein Großteil der Asylsuchenden aus dem ehemaligen Jugoslawien. 

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