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Steinbrück ernennt Unterstützer : Bremer Professorin ins SPD-Wahlkampfteam berufen

Karl Lauterbach, Matthias Machnig und Yasemin Karakaşoğlu sind von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in sein Kompetenzteam für die Bundestagswahl aufgenommen worden. Die Professorin Karakasoglu soll sich um den Bereich Bildung kümmern.

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Mit neuer Unterstützung in den Wahlkampf: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück
Mit neuer Unterstützung in den Wahlkampf: SPD-Kanzlerkandidat Peer SteinbrückFoto: dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat in seinem Kompetenzteam die Bereiche Gesundheit, Energie/Umwelt und Bildung besetzt. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, die Bremer Bildungsforscherin Yasemin Karakasoglu und Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig werden ihn im Wahlkampf unterstützen, gab Steinbrück auf seiner Homepage bekannt. Lauterbach, Professor wie Karakasoglu, sitzt für die SPD seit 2005 im Bundestag. Der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion wird für die Bereiche Gesundheit und Pflege verantwortlich sein, der frühere SPD-Wahlkampfmanager Machnig für Energie- und Umweltpolitik.

Ein kluger Schachzug dürfte die Anwerbung von Karakasoglu sein. Dass eine Professorin mit türkischem Namen Bildung und Wissenschaftspolitik für die SPD machen soll, dürfte jener „Pariadebatte“ gegen Einwanderer, vor allem türkische, entgegenwirken, den die studierte Germanistin, Turkologin und Politologin immer wieder kritisiert.

Karakasoglu, Professorin für Interkulturelle Bildung an der Uni Bremen, seit 2012 Konrektorin für Interkulturalität und Internationalität und 2008 Gründungsmitglied des Sachverständigenrats Integration und Migration, dürfte insofern auch keine bequeme Kandidatin für die SPD sein: Sie protestierte öffentlich gegen die Thesen des Sozialdemokraten Thilo Sarrazin. Als Gutachterin im Karlsruher Kopftuchverfahren verteidigte sie 2003 kopftuchtragende Lehrerinnen – das Thema war auch Gegenstand ihrer Doktorarbeit – gegen den Vorwurf, sie seien entweder unterdrückt oder Demokratiefeindinnen. Dieses Zerrbild vom Kopftuch sei bis heute wirksam, resümierte sie Jahre später im Gespräch mit dem Tagesspiegel: „Wie differenziert dieses Zeichen ist, ist nicht wirklich angekommen; die Kopftuchgesetze haben es vielmehr vollends festgelegt, auf die Bedeutung ‚gefährlich‘.“

Auch wenn ihr Werdegang danach aussieht: Assimilation ist ein Wort, das Karakasoglu nicht mag: Zu Hause „wahren wir die Bezüge“, sagt sie. Sie spricht deutsch mit den Kindern, ihr Mann, der als Erwachsener eingewandert ist, türkisch. Das Wort würde ihrem Leben sowieso nicht gerecht. Karakasoglu wurde 1965 als Tochter eines Türken und einer Norddeutschen in Wilhelmshaven geboren und findet: „Norddeutscher als ich kann man gar nicht sein.“

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