Politik : Steinbrücks Urlaubsschelte kostet die SPD 650 Mitglieder

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Schwerin/Berlin - Die Aufforderung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), zur Finanzierung der Gesundheits- und Altersvorsorge auch Urlaubsverzicht zu üben, stößt in der SPD weiter auf Empörung. Wie SPD-Chef Kurt Beck in einer Präsidiumssitzung seiner Partei am Montag in Schwerin mitteilte, haben nach Steinbrücks Äußerungen 650 Genossen ihr Parteibuch zurückgegeben. Steinbrück, der sich zum Wochenbeginn auf Wahlkampftour in Mecklenburg-Vorpommern befindet, nahm an der Präsidiumssitzung teil. Danach gab der Minister zu: „Tut mir leid, wenn der Fehler bei mir liegt, auch kommunikativ.“ Er habe sich „nicht aufspielen wollen als Staatskommissar für Urlaubsfragen“.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff, der sich am 17. September zur Wiederwahl stellen muss, kritisierte Steinbrücks Vorstoß in der Sitzung nach Teilnehmerangaben als „nicht hilfreich“. Auch öffentlich ging Wahlkämpfer Ringstorff auf Distanz zum Bundesfinanzminister: „Sicher hilft es in einer Urlaubsregion wie Mecklenburg- Vorpommern nicht, wenn diese Äußerungen zugespitzt in der Zeitung stehen“, sagte er.

Steinbrücks Sprecher Torsten Albig verteidigte derweil in Berlin die Position seines Ministers. Was Steinbrück in Bezug auf die Vorsorgenotwendigkeiten der deutschen Bevölkerung gesagt habe, „ist richtig, bleibt richtig und deshalb muss man es auch sagen dürfen“, sagte Albig. has/asi

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