Politik : Steiner bleibt trotz Beleidigungen im Amt

Der außenpolitische Kanzlerberater Michael Steiner bleibt nach den heftigen Beschimpfungen gegenüber Bundeswehrsoldaten weiter im Amt. "Der Kanzler hat anderes zu tun", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Bela Anda am Montag in Berlin. Steiner hatte sich in Moskau - wie vom Tagesspiegel berichtet - bei einem heftigen Wortwechsel mit den Soldaten im Ton vergriffen. Drei Soldaten des Flugpersonals hatten sich bei ihrem Dienstherrn beschwert, weil Steiner sie mehrfach als "Arschloch" tituliert hatte. Die Worte seien wohl wirklich gefallen, sagte Anda. Er sei zwar nicht dabei gewesen, aber Steiner habe sich über Medien bereits dafür entschuldigt. Die Redensart, Soldaten seien in ihren Formulierungen eher direkt und der Auswärtige Dienst eher diplomatisch, "trifft hier wohl nicht zu", sagte Anda.

Der CDU-Verteidigungspolitiker Paul Breuer verlangte die Entlassung Steiners. "Sollten sich die bisher nicht dementierten Vorwürfe bestätigen, dann ist (Bundeskanzler Gerhard) Schröder zum Handeln gezwungen. Steiner ist dann nicht mehr tragbar und muss entlassen werden", sagte Breuer der "Bild"-Zeitung. Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Friedrich Merz, forderte von Steiner eine öffentliche Entschuldigung.

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