Politik : Steinmeier bittet Indonesien um Hilfe im Atomstreit mit Iran

Jakarta - Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Indonesien gebeten, im Streit um das iranische Atomprogramm seinen Einfluss in der islamischen Welt geltend zu machen. Nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Hassan Wirajuda in Jakarta sagte Steinmeier: „Wir brauchen internationale Geschlossenheit. Wir bitten um Hilfe, den Iran dazu zu bringen, sein Tun zu stoppen und auf einen besseren Weg zu kommen.“

Wirajuda äußerte sich nicht zu dem Thema. Indonesien ist das Land mit der größten islamischen Bevölkerung der Welt und hat momentan einen Sitz im UN-Sicherheitsrat inne. Jakarta und Teheran unterhalten ausgezeichnete Beziehungen miteinander, beide haben Nuklearpläne. Vergangenes Jahr hatte Indonesien überraschend im Sicherheitsrat die Resolution 1747 mitgetragen, welche Sanktionen gegen den Iran enthielt.

Steinmeier sagte in Jakarta dem südostasiatischen Staatenbund Asean Unterstützung beim Aufbau einer Staatengemeinschaft zu. „Ich bin zutiefst von der Notwendigkeit regionaler Kooperation überzeugt. Wir sind in Europa mit Fehlern einen richtigen Weg gegangen und freuen uns, hier in Südostasien über Erfolge und Misserfolge der EU zu sprechen“, sagte Steinmeier bei einem Treffen mit Asean- Generalsekretär Surin Pitsuwan in Indonesiens Hauptstadt Jakarta.

Die zehn Asean-Länder, in denen 565 Millionen Menschen leben, wollen im Laufe des Jahres eine Miniverfassung ratifizieren. Geplant ist, bis zum Jahr 2015 eine Gemeinschaft mit freiem Austausch von Waren, Kapital und Arbeitsplätzen zu schaffen. „Die EU bleibt unsere Inspiration“, sagte Pitsuwan. Eine gemeinsame Währung und eine Art Schengen- Abkommen sind allerdings nicht geplant. Asean wurde 1967 von Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand und den Philippinen gegründet. Mittlerweile sind auch Brunei, Vietnam, Laos, Birma und Kambodscha Mitglieder. Bislang war die Zusammenarbeit begrenzt.

Am heutigen Donnerstag will Steinmeier Singapur besuchen und noch am Abend weiter nach Vietnam fliegen. Seine Reise soll die Beziehungen zu den aufstrebenden Ländern Südostasiens vertiefen. mkb

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