• Steinmeier: Chrobog kommt frei Außenminister sieht Ende des Geiseldramas vor Jahresende / Entführer warnen vor gewaltsamer Befreiung

Politik : Steinmeier: Chrobog kommt frei Außenminister sieht Ende des Geiseldramas vor Jahresende / Entführer warnen vor gewaltsamer Befreiung

Hans Monath

Berlin - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich zuversichtlich gezeigt, dass der frühere Staatssekretär Jürgen Chrobog und dessen Familie demnächst aus der Geiselhaft in Jemen freikommen. „Es braucht wie immer Geduld, Zeit und Nerven“, sagte Steinmeier am Donnerstagnachmittag in Berlin. „Aber ich bin mir sicher, dass wir dann noch vor Jahresende zu einem Abschluss kommen werden.“ Der Krisenstab im Auswärtigen Amt arbeite eng mit dem jemenitischen Innenministerium zusammen, um eine Freilassung zu erreichen. Er selbst habe bereits dreimal mit dem jemenitischen Außenminister und dessen Stellvertreter telefoniert.

Im Ringen um die Freilassung der Familie Chrobog hatten die Entführer zuvor deutlich negativere Signale ausgesandt. Vertreter der Geiselnehmer sagten gegenüber westlichen Nachrichtenagenturen und jemenitischen Medien, es gebe bei den Verhandlungen mit dem jemenitischen Innenministerium um die Freilassung der fünf entführten Deutschen noch keine Fortschritte. Chrobog und seine Familie seien aber unversehrt und sicher.

Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin hatte zuvor dringend mehr Zurückhaltung angemahnt. AA-Sprecher Martin Jäger sagte, die intensive Berichterstattung in Jemen erleichtere das Bemühen um Chrobogs Freilassung nicht.

Der im Juli pensionierte Chrobog war gemeinsam mit seiner Frau Magda und drei erwachsenen Söhnen am Mittwoch auf einer den Sicherheitsregeln entsprechenden, organisierten Reise verschleppt worden. Die Gruppe wurde von Sicherheitskräften begleitet. Chrobog, der als Vorstandsvorsitzender der BMW-Stiftung Herbert Quandt tätig ist, war von der jemenitischen Regierung eingeladen worden. Nach Angaben der BMW-Pressestelle reiste er aber nicht in seiner Eigenschaft als Stiftungschef, sondern war in Jemen als Privatmann unterwegs.

Hintergrund des Kidnappings ist offenbar eine Stammesfehde. Die Entführer verlangen die Freilassung von fünf Clanmitgliedern, die wegen der Tötung von zwei Mitgliedern eines rivalisierenden Clans inhaftiert sind. Die Zeitung „Yemen Observer“ berichtete, die erste Verhandlungsrunde zwischen Innenministerium und Geiselnehmern sei am Donnerstagmorgen gescheitert. Einer der Geiselnehmer sagte telefonisch der Nachrichtenagentur dpa, den fünf Verschleppten werde nichts geschehen, außer wenn die Sicherheitskräfte versuchen sollten, diese gewaltsam zu befreien.

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