Steinmeiers Team : Ein Spitzenkandidat und 18 Helfer

Zwei Monate vor der Bundestagswahl startet SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in die heiße Wahlkampfphase. In seinem Team sind auffällig viele Frauen.

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Im Schatten: Unter einem Baum präsentiert Kanzlerkandidat Steinmeier (M.) das SPD-Wahlkampfteam. -Foto: ddp

PotsdamSPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zieht mit einem Team aus zehn Frauen und acht Männern in die Bundestagswahl. Der Außenminister stellte sein sogenanntes Schattenkabinett nach einer SPD-Klausur in Potsdam vor.

Sein Team stehe für "Dynamik und Aufbruch", betonte Steinmeier im Vorfeld. Die SPD habe "nicht nur die besseren Köpfe, sondern auch die besseren Ideen". "Wir wissen, wie wir dieses Land voranbringen wollen." Sein Rezept für den Erfolg scheint klar: Neue, unverbrauchte Mitstreiter sollen seinem Schattenkabinett angehören.
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Die Umfragewerte für die Sozialdemokraten sind knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl so schlecht wie nie. Dieser Lage will die SPD mit einem betonten Start in den Wahlkampf entkommen.

Auch Steinmeier startet aus denkbar schlechter Position. Nur noch 17 Prozent der Befragten einer Forsa-Umfrage würden ihn direkt zum Bundeskanzler wählen – der schlechteste Wert seit seiner Nominierung vor elf Monaten. Und auch um die Beliebtheit der Partei steht es nicht besser. Die SPD dümpelt seit Monaten bei 23 Prozent vor sich hin. Daran änderte auch der Wiederantritt Franz Münteferings als Parteichef nichts.

Viele Frauen für frischen Wind

Besonders auffällig ist, dass viele Frauen im Kompetenzteam an Steinmeiers Seite um Wählersympathien ringen sollen. Hinzu kommen Altgediente wie die amtierenden SPD-Minister. Mit einer Ausnahme: Gesundheitsressortchefin Ulla Schmidt soll bis zur vollständigen Klärung der Vorwürfe wegen ihres umstrittenen Dienstwageneinsatzes in Spanien vorläufig nicht mit dabei sein.

Für Steinmeier kämpfen will Andrea Nahles, der Öffentlichkeit bereits als SPD-Vize bekannt. Sie ist für die Bildungspolitik dabei. Die bislang kaum über die Landesgrenzen hinaus bekannte Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, soll sich um die Familienpolitik kümmern. Die derzeitige Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Ulrike Merten, übernimmt die Verteidigungspolitik. Für Kulturfragen ist die Chefin der Berliner Staatskanzlei, Barbara Kisseler, zuständig.

Die Gesundheitsexpertin der SPD-Bundestagsfraktion, Carola Reimann, wird nicht wie bislang angenommen Ulla Schmidts Platz einnehmen, sondern für Hochschule und Forschung zuständig sein. SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks übernimmt den Bereich Verbraucherfragen und Anlegerschutz. Die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag kümmert sich um Sport. Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer, betreut dieses Thema auch im Steinmeier-Team.

Auftakt für die heiße Wahlkampfphase

Zum männlichen Teil des neuen Teams gehört Bundestags-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Der Rechtswissenschaftler soll sich um die Innenpolitik kümmern. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil wird für das Thema Neue Medien zuständig sein. Der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Folgart, und der Unternehmer Harald Christ sind die Experten für Agrarfragen beziehungsweise den Mittelstand.

Die Präsentation ist Steinmeiers Start in die heiße Wahlkampfphase – ab kommender Woche geht er auf Tour.

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