Politik : Stellvertretende SPD-Landeschefin Dorothee Stapelfeld gilt als mögliche Nachfolgerin

Karsten Plog

Die Hamburger Schulsenatorin Rosemarie Raab (SPD) ist am Freitag mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Die 54-jährige Politikerin gehörte dem Senat seit Mai 1987 an und war nach Bausenator Eugen Wagner amtsältestes Mitglied. Bürgermeister Ortwin Runde (SPD) rühmte die Senatorin als "hochkompetent und ungemein erfolgreich". Sie habe "Wegweisendes für Hamburg geleistet" und sich "bundesweit Anerkennung und Ansehen verschafft". Als mögliche Nachfolgerin gilt die Bürgerschaftsabgeordnete und stellvertretende SPD-Landeschefin Dorothee Stapelfeld.

Der Rücktritt kommt für die Öffentlichkeit überraschend, offenbar aber nicht für Bürgermeister Runde. Rosemarie Raab hatte ihm nach eigenen Angaben bereits nach der Bürgerschaftswahl 1997 mitgeteilt, dass sie nicht die gesamte Legislaturperiode zur Verfügung stehen werde. Sie sei weder amtsmüde, noch habe sie den Spaß an der Führung der Schulbehörde verloren, sagte die Politikerin. Sie begründete den Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt vielmehr mit dem Hinweis, die von ihr begonnenen wichtigen Reformvorhaben seien weitgehend abgeschlossen, anstehende neue Reformen reichten weit über die auslaufende Legislaturperiode hinaus und sollten von einer neuen Führung in Angriff genommen werden. Dazu zählt Raab die Reform der Lehrerausbildung und die Neuregelung der Einstellung von Lehrern in den Schulienst.

In die lange Amtszeit Raabs fallen ein neues Schulgesetz, das den Schulen mehr Eigenverantwortung zuweist, die Reform der Grundschule, die Integration von Behinderten, die Einführung der Halbtagsgrundschule und die Reform der Oberstufe. Wegen der Sparpolitik war Raab immer wieder heftig in die Kritik geraten.

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