Politik : Stephen Saunders Attentat: Linksextremisten haben Briten in Athen ermordet

In Griechenland hat sich die linksextreme Untergrundgruppe "17. November" zu dem Mord an dem britischen Militärattaché Stephen Saunders bekannt. In einem Schreiben, das der Athener Zeitung "Eleftherotypia" am Freitag zuging, begründete die Organisation den Anschlag vom Vortag mit der "Rolle Großbritanniens im Kosovo-Krieg". Die griechische Regierung, die Europäische Union, Großbritannien und die USA verurteilten die Tat scharf. In den Reihen der konservativen griechischen Partei Neue Demokratie wurde der Ruf nach Verschärfung der Antiterror-Gesetze laut.

In dem Bekennerschreiben warfen die Täter der britischen Regierung vor, deren Rolle bei den Bombenangriffen auf Belgrad und andere jugoslawische Städte sei "noch schlimmer" gewesen als die der USA. Zugleich beschuldigten sie Griechenland, sich trotz der traditionellen Freundschaft mit Serbien aktiv an den Angriffen im Kosovo-Krieg beteiligt zu haben.

In den USA löste der Anschlag erneut die Forderung nach schärferen Maßnahmen Griechenlands zur Terrorismusbekämpfung aus. Bislang wurde noch kein Mitglied des "17. November" gefasst. Konservative Kritiker der Regierung in Athen forderten eine Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze. In einem bewegenden Appell wandte sich Heather Saunders, die Witwe des Diplomaten, an die Öffentlichkeit mit der Bitte, alles zu melden, was zur Ergreifung der Mörder ihres Mannes führen könne. Saunders sei ein friedliebender Mann gewesen, der niemals zum Töten eine Waffe gegen irgendjemanden erhoben habe.

Die als linksextrem geltende Gruppe "17. November" leitet ihre Bezeichnung vom 17. November 1973 her. Damals hatten griechische Sicherheitskräfte auf Anordnung der Militärjunta einen demokratischen Studentenprotest am Athener Polytechnikum mit Gewalt beendet.

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