Steuerhinterziehung : Mehr als 2000 Steuerbetrüger zeigen sich an

Die Hinterzieher melden sich jetzt immer öfter – ob die Steuerdaten-CDs nun gekauft werden oder nicht. Bisher haben sich 2123 reuige Bürger selbst bei den Finanzbehörden angezeigt.

Berlin -  In Baden-Württemberg habe es in den vergangenen zwei Wochen 566 Selbstanzeigen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen in der Schweiz gegeben, teilte Finanzminister Willi Stächele (CDU) mit. „Die geschätzte Höhe der nacherklärten Kapitalerträge liegt bei etwa 85 Millionen Euro“, fügte er hinzu – was allerdings wenig über die tatsächlichen nachträglichen Steuereinnahmen sagt, die zwischen einem Viertel und der Hälfte dieser Summe liegen dürften. Ob Baden-Württemberg die dem Land angebotene CD mit Kontendaten kauft, ist noch nicht entschieden.

Niedersachsen hatte bis Mittwochmorgen 273 Fälle mit nachgemeldeten Kapitalerträgen von 59,5 Millionen Euro registriert und schätzt etwa 19,8 Millionen Euro Steuernachzahlungen dafür.

In der bisherigen Gesamtzahl von 2123 Selbstanzeigen bei den Finanzbehörden ist das Land Nordrhein-Westfalen noch nicht enthalten; man hat dort noch nicht zusammengerechnet. In Bayern war der letzte Stand 291 Selbstanzeigen seit Bekanntwerden der möglichen CD-Ankäufe, in Rheinland-Pfalz haben sich bislang 178 Bürger gemeldet, die Steuern auf Kapitaleinkünfte nachzahlen wollen. In Hessen liefen bis Dienstag 330 Selbstanzeigen auf, im Saarland 25, in Schleswig-Holstein 67, in Hamburg 136 und in Bremen 27. In Berlin meldeten sich bislang 181 Steuerbetrüger freiwillig und in Brandenburg 17. Im Osten Deutschlands sind die Zahlen eher gering: Auch Sachsen meldet 17, Thüringen sechs, Mecklenburg-Vorpommern fünf Anzeigen, Sachsen-Anhalt nur vier. afk/cwe

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