Steuerliche Förderung : Spenden und Ehrenämter sollen sich wieder lohnen

"Die wahren Helden" unserer Gesellschaft sollen künftig steuerlich besser entlastet werden. Um Spenden und das Ausüben von Ehrenämtern attraktiver zu machen beschloss die Regierung eine verbesserte gesetzliche Förderung.

BerlinSpenden und gemeinnützige Arbeit werden künftig stärker mit Steuervergünstigungen belohnt. Der Bundesrat billigte das vom Bundestag vor der Sommerpause verabschiedete Gesetz. In Deutschland sind etwa 23 Millionen Menschen ehrenamtlich tätig. Das Gesetz tritt rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) würdigte die Ehrenamtlichen als die "wahren Helden unserer Gesellschaft". Das Gesetz stärke die Zivilgesellschaft.

Von den Vergünstigungen profitieren praktisch alle, die sich ehrenamtlich betätigen. Voraussetzung ist die Gemeinnützigkeit. Dies betrifft Bürger, die sich in Sportvereinen, für den Tier- und Pflanzenschutz, in der Verbraucherberatung, in der Lebensrettung und Behindertenverbänden, bei Kleingärtnern oder Kulturfördervereinen engagieren. Auch der Einsatz für das traditionelle Brauchtum, etwa in Karnevalsvereinen, fällt darunter.

Mit dem neuen Gesetz wird der als Übungsleiterpauschale bezeichnete Steuerfreibetrag für ehrenamtliche Helfer von 1848 auf 2100 Euro angehoben. Künftig gibt es einen allgemeinen Freibetrag für Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich in Höhe von bis zu 500 Euro im Jahr. Sind die als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbaren Aufwendungen höher als der Freibetrag, muss dies nachgewiesen werden.

Höchstgrenzen für Spenden um 20 Prozent angehoben

Ferner werden die Höchstgrenzen für den steuerlichen Abzug von Spenden einheitlich auf 20 Prozent angehoben. Für Spenden bis zu 200 Euro reicht künftig ein einfacher Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung als Nachweis. Der Höchstbetrag für die Kapitalausstattung von Stiftungen wird von 307.000 Euro wie vom Bundesrat vorgeschlagen auf eine Million Euro erhöht.

Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) sagte im Bundesrat, mit ihrem ehrenamtlichen Engagements leisteten die Bürger eine unbezahlbare und unverzichtbare Arbeit. Nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Innenministers Karl Peter Bruch (SPD) wird das Gesetz helfen, die bislang unzureichende Kapitalausstattung von Stiftungen zu verbessern. Baden-Württembergs Bundesratsminister Wolfgang Reinhart (CDU) und auch andere Ländervertreter hielten es für notwendig, auch die ehrenamtlichen rechtlichen Betreuer steuerlich besserzustellen. Ihre Aufwendungen sollten ebenfalls bis 2100 Euro steuerfrei bleiben. Dies sollte im Rahmen des Jahressteuergesetzes nachgebessert werden. Nach Worten der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Barbara Hendricks (SPD), soll ein Freibetrag von 500 Euro überprüft werden. (mit dpa)

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