Steuerprozess : Strauß-Sohn könnte mit Bewährung davonkommen

Max Strauß steht immer wieder vor Gericht - wegen derselben Sache. Nun verhandelt das Landgericht Augsburg erneut über die Steuerschulden des Sohns von Franz Josef Strauß. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Forderungen deutlich zurückgenommen.

Max Strauß
Auf der Anklagebank: Max Strauß im Landgericht Augsburg. -Foto: dpa

AugsburgIm Steuer-Strafprozess gegen den Politikersohn Max Strauß hat der Staatsanwalt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten wegen Steuerhinterziehung gefordert. Strauß sei einer "gewerblichen Lobbyistentätigkeit" nachgegangen und habe in den Jahren 1991 bis 1993 umgerechnet 337.000 Euro Provisionen von dem Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber nicht versteuert, sagte Staatsanwalt Wolfgang Natale in seinem Plädoyer. Die Verteidigung kündigte an, sie werde in ihrem Plädoyer einen Freispruch fordern.

Der älteste Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß ist angeklagt, von dem nach Kanada geflüchteten Schreiber Millionen-Provisionen angenommen und nicht versteuert zu haben. In einem ersten Prozess wurde er zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof kippte das Urteil wegen gravierender Fehler in der Beweiswürdigung.

Der Verteidiger erklärte, Strauß habe über das Schweizer Tarnkonto "Maxwell" nie Geld bekommen. Für eine Zuordnung des Kontos zu dem Angeklagten gebe es keine ausreichenden Beweise. Eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung sei deshalb nicht möglich. Auch der Nachweis einer "gewerblichen Lobbyistentätigkeit" sei gescheitert.

In ihrem Plädoyer stützte sich die Staatsanwaltschaft nur noch auf Airbus-Geschäfte mit Thailand, nicht mehr auf Panzer-Geschäfte. Für die Airbus-Geschäfte habe es eine Provisionsvereinbarung mit Schreiber gegeben, die Strauß dem Fiskus vorsätzlich verschwiegen habe, sagte Staatsanwalt Natale. Ursprünglich hatte die Anklage dem Strauß-Sohn vorgehalten, vom Waffenhändler Schreiber insgesamt 2,66 Millionen Euro kassiert und nicht versteuert zu haben. Die Annahme, zwischen Strauß und Schreiber habe ein Treuhandverhältnis bestanden, konnte die Anklage aber auch im zweiten Anlauf nicht beweisen. (mit dpa/AFP)

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