Steuerzahlerbund : Geld verdienen, ohne Abgaben zu leisten

Steuerzahler können die Abgaben ab Dienstag einstellen, um für die eigene Geldbörse zu arbeiten. Das hat der Steuerzahlerbund ermittelt. Aus Politik und Wirtschaft kommt Kritik an diesem Rechenspiel.

Steuerzahlerbund
Der Steuerzahlerbund um Präsident Karl Heinz Däke errechnet neuen "Steuerzahler-Gedenktag".-Foto: dpa

BerlinDeutschlands Steuerzahler arbeiten ab Dienstag für das eigene Portemonnaie, anstatt für Staats- und Sozialkassen. Dieses Rechenspiel geht auf den Steuerzahlerbund  zurück. Nach dem Berechnungsmodell haben der Staat und die Sozialversicherungen zunächst das vor dem 8. Juli erwirtschaftete Einkommen der Steuer- und Beitragszahler behalten.

Der  "Steuerzahler-Gedenktag" jährt sich fünf Tage früher als noch im Vorjahr. 2007 war er auf den 13. Juli gefallen. Die Entlastung bei Steuern und Abgaben sei vor allem Folge aus niedrigeren Beiträgen zu den Sozialkassen sowie der Steuersenkung für Unternehmen. Die Schritte seien aber "bei weitem nicht ausreichend", wie ein Sprecher des Steuerzahlerbundes mitteilte.

Das Rechenbeispiel "Steuerzahler-Gedenktag" wird auf Basis der volkswirtschaftlichen Einkommensbelastungsquote ermittelt. So soll errechnet werden, wie viel der Staat vom Einkommen der Bürger und Betriebe über Steuern und Sozialabgaben zunächst einbehält. Für 2008 sind dies laut Steuerzahlerbund 51,73 Prozent. Daraus lasse sich der 8. Juli, 7.57 Uhr, als exakter Zeitpunkt festlegen. Aus Politik und Wirtschaft kommt regelmäßig Kritik aufgrund der Berechnungen des Steuerbundes. So bemängeln Ökonomen die Quote und verwiesen darauf, dass die Beitragszahler für ihre Einzahlung in die Sozialkassen konkrete Gegenleistungen erhalten.

Einbezogen werden bei der Berechnung nicht nur direkte Steuern wie die Einkommen-, Lohn-, Körperschaft-, Kapitalertrag- und Kfz-Steuer. Zu Grunde gelegt werden auch indirekte wie die Mehrwert-, Mineralöl-, Tabak-, Strom- oder Biersteuer. Der Steuerzahlerbund bezieht auch den Wegfall der Pendlerpauschale oder die Kürzung des Sparer-Freibetrages ein. Zu Buche schlägt zudem die Abschaffung von Steuerschlupflöchern. Letztlich werden all die Faktoren berücksichtigt, die das Steueraufkommen erhöhen bei gleich bleibendem Volkseinkommen. Der bisherige Höchstwert stammt aus dem Jahr 2000 mit 56,3 Prozent. Vor etwa 50 Jahren wurde der 1. Juni als Gedenktag ermittelt. (dw/dpa)


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