Stichwort : Der französische "Atomschlüssel"

Bei der Amtsübergabe wird der französische Präsident von seinem Vorgänger in eines der bestgehüteten Geheimnisse des Landes eingeweiht: den Mechanismus für den Einsatz der Atomwaffen.

Paris - Frankreich ist die drittgrößte Atommacht der Welt - hinter den USA und Russland, aber vor China und Großbritannien. Die Atomraketen auf seinen vier strategischen U-Booten können Ziele überall auf der Welt erreichen. Dazu kommt eine Bomberflotte. Seine landgestützten Atomraketen hat Frankreich abgerüstet.

Aus Sicherheitsgründen wurde für einen Einsatz von Kernwaffen ein mehrstufiges System geschaffen, das verkürzt als "Atomschlüssel" bezeichnet wird. Die erste Stufe ist ein elektronischer Zahlencode, mit dem der Präsident den so genannten Atomkoffer öffnen kann. Mit dem Koffer werden die Kernwaffen aktiviert. Dieser Code wird regelmäßig verändert. Der Präsident muss ihn auswendig lernen.

Unterstützt von einem Offizier wählt der Präsident im Ernstfall im Atombunker zehn Meter unter dem Élysée-Palast aus einer vorgegebenen Liste die Ziele aus. Der 1978 geschaffene Atombunker "Jupiter" ist 15 mal 30 Meter groß und nur dem Präsidenten und wenigen Beratern zugänglich. Der Kommandoraum hat eine Direktverbindung zum unterirdischen Hauptquartier der Atomstreitmacht "Force de Frappe" in Taverny bei Paris. (tso/dpa)

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