Stichwort : "Putzgruppe"

Hamburg - Die so genannte Putzgruppe in Frankfurt/Main lieferte sich in den 70er Jahren Straßenschlachten mit der Polizei und verteidigte besetzte Häuser. "Putz" steht für Randale, gilt aber auch als Abkürzung für die "Proletarische Union für Terror und Zerstörung". Zur Gruppe sollen damals der spätere Außenminister Joschka Fischer, der frühere Chef des Planungsstabs im Auswärtigen Amt, Georg Dick, und der heutige Leiter der Afghanistan-Mission der Vereinten Nationen, Tom Koenigs, gehört haben.

Die etwa zwei Dutzend Mitglieder trainierten in den Taunus-Wäldern den Nahkampf. Erstmals traten die Militanten im Herbst 1971 mit Knüppeln und Helmen gegen die Polizei an. Die Gruppe verletzte im März 1973 mehrere Polizisten bei einem Räumungseinsatz. Im Mai 1976 verübte sie einen Brandanschlag auf das Konsulat des verhassten Franco-Spaniens. Außerdem soll ein Mitglied einen Molotowcocktail auf einen Streifenwagen geworfen und einen Polizisten lebensgefährlich verletzt haben. Unter den Verdächtigen war auch Joschka Fischer, der die Tat bis heute abstreitet. (tso/dpa)

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