Stichwort : Tibet

Berlin - Tibet, einst ein selbstständiger Staat auf einem Hochplateau nördlich des Himalaya, wurde Anfang der fünfziger Jahre von China gewaltsam annektiert. Ihr Versprechen, das politische System sowie die religiöse und kulturelle Identität der Tibeter zu respektieren, haben die Kommunisten gebrochen. Stattdessen drängten sie dem abgeschiedenen Land ihr politisches System auf.

Gegen die Herrschaft der Chinesen wehrten sich die Tibeter 1959 in einem erfolglosen Aufstand. Der Dalai Lama, einst die höchste geistige und weltliche Autorität, floh ins Exil nach Indien. Dort wurde er zum Symbol des gewaltlosen Widerstands gegen die Unterdrückung seiner Heimat. Während Zehntausende seiner Landsleute ebenfalls flüchteten, leisteten andere zu Hause Widerstand, der sich immer wieder in Unruhen entlud. Die Chinesen reagierten mit dem Einsatz von Soldaten, scharfen Überwachungsmaßnahmen, strengen Kontrollen des religiösen Lebens und der Zerstörung zahlloser Klöster.

Mit der systematischen Ansiedlung von Chinesen droht die eingesessene Bevölkerung zur Minderheit im eigenen Land zu werden. Insgesamt leben heute in dem 1,2 Millionen Quadratkilometer großen Land nur 2,5 Millionen Menschen. Ihre wichtigste Erwerbsquelle ist die Landwirtschaft. (tso/dpa)

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